Eingang zum OK-Zentrum in Basel | © Georges Scherrer
Schweiz
Eingang zum OK-Zentrum in Basel | © Georges Scherrer

Bis zu 100'000 Personen sind im Basler Taizé-Treffen direkt involviert

Basel, 11.12.17 (kath.ch) Zum 40. Europäischen Jugendtreffen der christlichen Gemeinschaft von Taizé werden vom 28. Dezember bis Neujahr im Dreiländereck Basel rund 20’000 junge Menschen aus mehr als 45 Ländern erwartet. Diese Zahl nannten die Organisatoren des Basler Treffens. Sie suchen private Unterkünfte für die Teilnehmenden. In etwas über zwei Wochen startet der Grossanlass.

Georges Scherrer

Gemäss der Taizé-Gemeinschaft fehlten noch mehrere tausend Schlafplätze. Gesucht werden Privatpersonen und Familien, welche die jungen Gäste beherbergen wollen. Der Schweizer Koordinator für das Treffen in Basel, Fabian Dinkel, wies gegenüber kath.ch darauf hin, dass es Erwachsene sind, die an dem Treffen teilnehmen, und nicht Jugendliche unter 18 Jahren.

Dankbar für Schlafplätze «wie zu Hause»

Käme auch eine jüngere Person, so müsse diese von einem Erwachsenen begleitet sein. Zudem kämen die Teilnehmenden mit einer anderen Einstellung nach Basel als Personen, die über die Stränge schlagen wollten.

Zwei Quadratmeter Boden für einen Schlafsack, vier einfache Morgenessen und ein Mittagessen reichen aus.

Jeder Gast sei dankbar, nicht in einer Sporthalle, sondern stattdessen «wie zu Hause» aufgenommen zu werden, betonte die Gemeinschaft. Die Teilnehmer hätten keine grossen Ansprüche, jeder bringe einen Schlafsack mit.

Zwei Quadratmeter Boden für einen Jugendlichen und seinen Schlafsack, vier einfache Morgenessen und ein Mittagessen reichen als Angebot aus, so die Veranstalter. Die Gäste verlassen morgens um 8 Uhr das Haus und kommen abends um 22 Uhr zurück. Tagsüber nehmen sie am Programm des Treffens teil. Das Mittagessen mit den Gastgebenden ist für den 1. Januar vorgesehen.

Empfang an drei Orten

Die Teilnehmenden treffen am 28. Dezember in der Region Basel ein. Am Tag ihrer Ankunft werden sie zunächst – je nach Herkunftsland – an drei Orten empfangen: in Basel, St. Louis in Frankreich und Lörrach in Deutschland. An diesen Orten erhalten sie die ersten Erklärungen und werden anschliessend auf 120 Gastgemeinden in Basel, den umliegenden Städten sowie in Deutschland und in Frankreich verteilt.

Die Logistik wird beträchtlich: 1000 Freiwillige reisen zwei Tage früher an. Rund 270 Busse mit Teilnehmenden kommen am 28. Dezember in der Region an. Zirka 12’000 Kilogramm Nahrungsmittel müssen beschafft werden. 80’000 Brötchen und 50’000 Flaschen Wasser werden verteilt.

Erstmals ein Drei-Länder-Treffen

In Basel ist es das erste Mal, dass ein solches Taizé-Treffen von drei Ländern organisiert wird. «Das macht es spannend», sagt Bruder Richard, der aus dem Kanton Bern stammt und schon lange der Taizé-Gemeinschaft angehört. Aufgrund seiner Vertrautheit mit der Schweiz obliegt ihm die Führung des Organisations-Teams vor Ort.

Die Grundidee des Treffens ist es, dass es zu einem Austausch zwischen den Teilnehmenden und der Bevölkerung kommt.

Zu tun gibt es viel. Die Gastgemeinden müssen rechtzeitig mit den Listen der Teilnehmenden versorgt werden, welche sie aufnehmen. Die Gäste werden in Familien, bei Einzelstehenden oder auch in Wohngemeinschaften untergebracht.

Seit bald einem Jahr wirkt der Schweizer Fabian Dinkel als Koordinator in Basel. Er sagt über den Anlass: «Die Grundidee des Treffens ist es, dass es zu einem Austausch zwischen den Teilnehmenden und der Bevölkerung kommt, die gastgebend ist.» Die Begegnungen können sehr lange nachwirken. Bruder Richard sagt es auf seine Weise: «Es geschieht immer wieder, dass der Kontakt zwischen Gastfamilien und Teilnehmenden weitergeht.»

Freiwillige und Vorbereitungsteams

Um die Organisation besser gewährleisten zu können, wurden Basel und das Einzugsgebiet in sechs Zonen unterteilt: Basel-Stadt, das Laufental, Liestal bis Zofingen, Fricktal bis Brugg, Deutschland und Frankreich. In den Gastgemeinden wurden mit Hilfe von zwölf freiwilligen Helfern, die seit Oktober unterwegs sind und aus ganz Europa kommen, Vorbereitungsteams auf die Beine gestellt.

Wenn 20’000 Personen beieinander sind, müssen wir schauen, dass sie sich nicht im Wege stehen.

Zudem werden, wie Bruder Richard ausführt, «Animatoren» ernannt. Diese werden Ende Dezember direkt aus den Teilnehmenden rekrutiert und sind dann jeweils für rund zehn Personen zuständig. Diese «Animatoren» bilden die Ansprechpersonen zwischen Gästen und Gemeinden.

Rechnet man die Zahl der Menschen hoch, die direkt mit dem Basler Treffen zu tun haben, kommt man auf eine stolze Zahl. Zu diesen gehören die 20’000 erwarteten Teilnehmenden, all jene, die sich in den Gemeinden an der Organisation des Treffens beteiligen und die mehrköpfigen Gastfamilien. Zusammengezählt sind das gegen 100’000 Personen, meint Fabian Dinkel.

Auch die Eishalle braucht eine Heizung

Die grossen Begegnungen finden in der St. Jakobs-Halle und in der benachbarten Eishalle statt.

        

Dort werden die Abendgebete durchgeführt und wird die Verpflegung verteilt. «Das müssen wir alles im Griff haben.»

Zum Beispiel auch die Heizung in der Eishalle. Denn: Dort gibt es keine. «Wir werden aber eine Lösung finden.» Die Frage der Sicherheit und der «Laufwege» muss beantwortet werden. «Wenn 20’000 Personen auf so engem Raum beieinander sind, müssen wir schon darauf schauen, dass sie sich nicht ständig im Wege stehen, wenn sie sich bewegen. Es darf nicht zu einem Chaos kommen.» Und Fabian Dinkel schmunzelt: «Ich vertraue auf Taizé. Sie haben 40 Jahre Erfahrung mit solchen Treffen. Ich bin total zuversichtlich, dass alles gut funktioniert.»

Die Taizé-Jugendtreffen über Silvester werden jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt organisiert. Die Treffen wollen Signale der europäischen Verständigung setzen.

Informationen zum Basler-Treffen

Anmeldung zum Basler-Treffen

Zofingen im Taizé-Fieber

Eingang zum OK-Zentrum in Basel | © Georges Scherrer
Eingang zum OK-Zentrum in Basel | © Georges Scherrer
Basler Münster mit Rhein-Fähre | © Georges Scherrer
Basler Münster mit Rhein-Fähre | © Georges Scherrer

«Das ist einfach eine super Sache»

Seit Anfang November sind zwölf Freiwillige aus ganz Europa in der «Regio Basiliensis» unterwegs und besuchen die Gemeinden, um Unterkünfte für die Teilnehmer am End-Jahrestreffen von Taizé zu organisieren. Zwei von ihnen begründen ihre Motivation:

Sara (21) stammt aus Polen. Sie hat schon an vielen Treffen teilgenommen. «Ich habe diese als sehr schön erfahren und gesehen, wie die Leute sich kennenlernen. Die Teilnahme verändert die Vorstellung der Welt, so wie man sie zuvor erfahren hat. Die Treffen öffnen die Herzen». Darum hat sie sich entschieden, sich der Vorbereitungsgruppe in Basel anzuschliessen.

Florian (30) kommt aus Hamburg und engagiert sich seit Anfang Oktober in der Vorbereitung des Basler Treffens. «Ich finde die Idee des Jugendtreffens sehr schön. Die Gastfreundschaft, dass Menschen ihre Herzen öffnen, die vielen Begegnungen, der Vertrauensvorschuss, der von den gastgebenden Gemeinden geleistet wird – das ist einfach eine super Sache.» Bei diesem Treffen könnten die Jugendlichen die Kirche einmal von einer anderen Seite erleben. Als Norddeutscher muss er sich allerdings mit dem Schweizerdeutsch anfreunden. «Hochdeutsch ist schon besser, ich gewöhne mich aber dran.»

 

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