Schweiz

Berufung zur Priesterin – Jacqueline Straub will nicht vor Gericht gehen

Zofingen AG, 18.9.17 (kath.ch) Die katholische Theologin Jacqueline Straub (27) will Priesterin werden. Aber sie verzichtet darauf, die Zulassung zum Priesteramt, von dem Frauen bislang ausgeschlossen sind, vor Gericht zu erkämpfen. Dies sagte die junge Frau im Interview mit dem «Zofinger Tagblatt» (12. September). Allerdings habe sie das «ernsthaft» in Erwägung gezogen, denn es gebe die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, an die sich auch die Kirche zu halten habe.

Den Verzicht auf den Gang vors Gericht begründet Straub mit ihrer Liebe zur katholischen Kirche und weil sie «hinter ihr» stehe, auch wenn sie sie «teilweise hart» kritisiere. Die Theologin geht davon aus, dass ein Rechtsstreit die Kirche verletzen und spalten würde, «da Konservative einen solchen Schritt niemals gutheissen würden». «Ich möchte es auf dem Herzensweg versuchen und werde unermüdlich auf die Missstände aufmerksam machen», so Straub. Ein Schweigen ihrerseits würde für sie bedeuten, Gott zu verleugnen.

Für Straub kommt auch ein Übertritt zu einer anderen christlichen Kirche nicht in Frage. Obschon sie erwogen habe, «zur reformierten Kirche zu konvertieren, um Pfarrerin zu werden». Für sie wäre es «feige», das zu tun. «Ich glaube, dass meine Kirche es wert ist, dass ich mich für sie einsetze.»

Straub stammt aus Süddeutschland und hat in Deutschland und der Schweiz Theologie studiert. Über ihre Berufung zur Priesterin hält sie Vorträge. Die Theologin, die auch journalistisch tätig ist, hat mehrere Bücher zum Thema verfasst. (bal)

 


 

Jacqueline Straub | © Hans Merrouche
18. September 2017 | 16:09
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