Patriarch Bartholomaios I. bei einer Rede in Freiburg i.Ü.
International

Bartholomaios fordert Kyrills Rücktritt

Der ökumenische Patriarch Bartholomaios bekräftigt seine Kritik am Moskauer Patriarchen Kyrill: Es wäre besser für Kyrill, zurückzutreten, als den Krieg zu unterstützen und sich Putins politischen Ambitionen zu unterwerfen.

Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie Bartholomaios hat Bedauern über die Haltung des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. über die Invasion Russlands in die Ukraine geäussert. Es wäre besser für Kyrill, zurückzutreten, als den Krieg zu unterstützen, sagte der Patriarch von Konstantinopel dem US-Portal«The Pillar». 

Ungerechtfertigtes Blutvergiessen

Bartholomaios I. äusserte sich kurz vor seinem Besuch in Grossbritannien und der Erzdiözese Thyateira. Weiter sagte das geistliche Oberhaupt von rund 300 Millionen orthodoxen Christen weltweit, der anhaltende Krieg zwischen den Orthodoxen habe ihn stark getroffen, wie das Nachrichtenportal «Orthodox Times» (Samstag) berichtete.

Putin und Kyrill im November 2021.
Putin und Kyrill im November 2021.

«Was für uns noch schmerzlicher ist, ist die Tatsache, dass das Moskauer Patriarchat so weit gekommen ist, sich den politischen Ambitionen der Russischen Föderation zu unterwerfen, diese gewaltsame Invasion und das ungerechtfertigte Blutvergiessen zu unterstützen und scheinbar zu segnen», betonte Bartholomaios. 

Schwierigkeiten zwischen Moskau und Konstantinopel

Er habe «Aggression und Gewalt wiederholt verurteilt» und zugleich «inbrünstig und brüderlich» an den Patriarchen von Moskau appelliert, seine Position von politischen Verbrechen zu trennen, selbst wenn dies bedeute, dass er von seinem Amt zurückzutreten müsse, so der griechisch-orthodoxe Patriarch. Er hoffe weiterhin, dass die Schwierigkeiten zwischen Moskau und Konstantinopel gelöst würden, so Bartholomaios. (kna)


Patriarch Bartholomaios I. bei einer Rede in Freiburg i.Ü. | © Martin Spilker
22. Oktober 2022 | 17:34
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