Mitglieder der Bischofskonferenz sprechen in Einsiedeln mit jungen Menschen. | © zVg
Vatikan
Mitglieder der Bischofskonferenz sprechen in Einsiedeln mit jungen Menschen. | © zVg

Arbeitsdokument zur Jugendsynode fordert Bischöfe heraus

Rom, 19.6.18 (kath.ch) Der Vatikan hat am Dienstag das Arbeitsdokument zur Jugendsynode im Oktober veröffentlicht. Das 214 Punkte umfassende Papier schildert ausführlich die verschiedenen Lebenslagen Jugendlicher weltweit. Sie bietet aber auch eine Deutungshilfe aus Sicht des Glaubens sowie Möglichkeiten der katholischen Kirche, jungen Leuten bei ihren Lebens- und Glaubensentscheidungen zur Seite zu stehen.

Das Papier soll den Bischöfen bei der Synode vom 3. bis 28. Oktober im Vatikan als Grundlage ihrer Beratungen dienen. Bei den dreiwöchigen Beratungen geht es um die Lebenswelt von rund 1,8 Milliarden Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren. Schwerpunktmässig geht es um Lebensentscheidungen junger Menschen sowie ihre Beziehung zu Glaube und Kirche.

Erwartungen der Jugend

In dem gut 50 Seiten langen Arbeitsdokument finden sich viele Forderungen und Erwartungen von Seiten der Jugend an die Kirche – etwa die Diskussion «kontroverser Themen» wie Homosexualität und Genderfragen oder die Forderung zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und die Stärkung der diesbezüglichen «Null-Toleranz-Politik». Generell wünschen sich Jugendliche demnach besonders, von der Kirche ernst genommen und gehört zu werden, zudem solle die Kirche authentisch sein.

In das Arbeitspapier flossen grosse Teile aus dem Abschlussdokument eines vorsynodalen Treffens von 300 jungen Menschen Ende März in Rom ein. Berücksichtigt wurden zudem Rückmeldungen der katholischen Bischofskonferenzen. Diese zeigen sich auch selbstkritisch. Viele junge Leute seien auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, wendeten sich aber nur selten an die Kirche.

Kirche muss Beispiele geben – auch für Singles

Das Dokument befasst sich auch mit der Begleitung junger Menschen unter besonderer Berücksichtigung wichtiger Lebensentscheidungen. Die Schlussbetrachtung des Dokuments betont die Bedeutung von Heiligkeit im Leben der Christen. Dabei wird die Kirche aufgefordert, glaubhafte Beispiele zu geben und junge Leute auf diesem Weg zu bestärken.

Die katholische Kirche will bei der Jugendsynode ebenfalls die Situation von Singles erörtern. In der Kirche sei es bisher wenig üblich, auf die Situation junger Leute einzugehen, die keine Familie gründen und auch kein Priester- oder Ordensleben eingehen wollen, sagte Kardinal Lorenzo Baldisseri im Vatikan. Dieses Phänomen nehme zu und sei deshalb auch in das Arbeitsdokument eingeflossen. Es gehe darum, «jede Form der Berufung in der Kirche und auf der Welt wertzuschätzen», so der Generalsekretär der Synode.

Auch 40 Jugendliche dabei

An der Synode unter dem Leitwort «Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung», die vom 3. bis 28. Oktober im Vatikan stattfindet, nehmen vor allem Bischöfe teil. Allerdings sind laut Satzung auch etwa 40 junge Auditoren vorgesehen, die das Thema der Synode repräsentieren sollen. Laut den Synodenstatuten haben Auditoren das Recht, bei der Versammlung zu sprechen, sie dürfen aber nicht abstimmen. Aus der Schweiz werden Jugendbischof Alain de Raemy und als Delegierte Medea Sarbach aus Laufen, Baselland. (cic)

Lesen Sie mehr über die Jugendsynode 2018 in unserem Dossier.


«Christen sollen nicht dem Glauben ihrer Kindheit verhaftet bleiben»

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum