Eine Frau vor Plakaten, die vor Vergewaltigung, Menschenhandel und Zwangsprostitution warnen.
Schweiz

Am Tag der Liebe die Schattenseiten nicht vergessen

Genf, 14.2.19 (kath.ch) «Tragen Sie am Donnerstag schwarze Kleidung», lautet die Aufforderung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) zum Valentinstag, der dieses Jahr auf einen Donnerstag fällt. Die bereits mehrere Jahre laufende Kampagne «Donnerstags in Schwarz» gegen Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen des ÖRK nimmt den 14. Februar als Ausgangspunkt für eine besondere Aktion.

Als «Tag der Liebe» werde der Valentinstag gefeiert, hält der ÖRK fest. Doch weltweit würde für zahlreiche Frauen die Liebe mit zu viel Missbrauch und Gewalt einhergehen. Mit schwarzer Kleidung oder einem Anstecker könne man zeigen, dass man sich gegen «Haltungen und Handlungen auflehnt, die Vergewaltigung und Gewalt dulden», heisst es in der Aufforderung.

Als Grundlage für die besondere Aktion «Liebe heilt, und verletzt nicht» zum Valentinstag wird eine auch bei Hochzeiten viel verwendete Bibelstelle aus dem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth verwendet, die vom Langmut und der Freundlichkeit der Liebe handelt.

Ertragen heisst nicht hinnehmen

Diese Stelle beschreibe das Schöne der Liebe. «Aber es gibt auch Frauen, die Zeilen wie ‹Liebe erträgt alles› so verstehen, dass sie Gewalt in einer Ehe oder Beziehung hinnehmen müssen», schreibt Nicole Ashwood, ÖRK-Programmreferentin für Gerechte Gemeinschaften für Frauen und Männer.

Die «Donnerstage in Schwarz» entstanden aus der Dekade der Kirchen in Solidarität mit den Frauen (1988-1998) des ÖRK und erinnern bis heute weltweit daran, dass die Gewalt gegen Frauen anhaltende Realität ist, aber auch, dass Frauen – und Männer – dieser Gewalt Widerstand entgegenstellen.

Auch während des Papstbesuchs beim ÖRK im vergangenen Jahr, der an einem Donnerstag stattgefunden hat, wies Bischöfin Mary Ann Swenson, Stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, auf die Wichtigkeit der Solidarität der Kirchen mit den Frauen hin. (ms)

Eine Frau vor Plakaten, die vor Vergewaltigung, Menschenhandel und Zwangsprostitution warnen. | © KNA
14. Februar 2019 | 07:19
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