Das Regieduo des Films «Sibel» am Locarno Festival 2018: Guillaume Giovanetti und Cagla Zencirci | © Charles Martig
Das Regieduo des Films «Sibel» am Locarno Festival 2018: Guillaume Giovanetti und Cagla Zencirci | © Charles Martig
Ökumenische Filmjury, 11.08.2018, 17:00

71. Locarno Festival 2018: Preise der Ökumenischen Jury

Medienmitteilung

Die Ökumenische Jury des 71. Locarno Festivals, entsandt von INTERFILM und SIGNIS, vergibt Preise im internationalen Wettbewerb. Der Preis ist mit 20›000 CHF dotiert und an die Filmdistribution in der Schweiz gebunden. Das Preisgeld wird von den evangelisch-reformierten Kirchen und der römisch-katholischen Kirche der Schweiz zur Verfügung gestellt.

Der Preis der Ökumenischen Jury geht  an:

Sibel
von Guillaume Giovanetti und Çağla Zencirci
Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Türkei, 2018

Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in einem Dorf in der türkischen Schwarzmeerregion lebt. Dort werden eine überlieferte Pfeif-Sprache und  alte Rituale gepflegt. Weil sie stumm ist, wird Sibel von der Gesellschaft marginalisiert. Sie verbringt die meiste Zeit im Wald, auf der Suche nach einer Freiheit, die sie im Dorf nicht findet. Die Liebesbegegnung mit einem mysteriösen Flüchtigen ist der Ausgangspunkt eines Emanzipationsprozesses, durch den sie sich als Frau entdeckt. Der Film zeigt ein kraftvolles Bild einer Figur, die  patriarchalische Strukturen und  Identitäten in Frage stellt und so zu einem Beispiel für die Würde der anderen Frauen in der Gemeinschaft wird.

Eine Lobende Erwähnung geht an:

Diane

von Kent Jones
USA, 2018

Vor dem Hintergrund einer winterlichen Landschaft führt der Film zu den letzten Etappen der kurvenreichen Straße von Dianes spiritueller Reise. Von ihrer vorbildlichen Selbstaufopferung im Dienste für andere wird unsere Aufmerksamkeit nach innen auf die Versöhnung mit ihrer Vergangenheit gerichtet. Der Film zeigt die Spannung von Schuld und Vergebung ; er visualisiert Momente der Transzendenz, die durch die Routine von Dianes täglichem Leben scheinen.

Eine Lobende Erwähnung geht an:

A Land Imagined
von YEO Siew Hua
Singapur, Frankreich, Niederlande, 2018

Der Film setzt sich kritisch mit zeitgenössischer Sklaverei auseinander und zeigt die Notlage ausländischer Arbeiter in Singapur. Der Film, der Realität, Virtualität und Träume geschickt miteinander verknüpft, konzentriert sich auf die Untersuchung des Verschwindens von Arbeitern. Daraus entwickelt sich eine Reflexion über die Bedeutung von Grenzen, nationaler Souveränität und wirtschaftlicher Ausbeutung in einer globalisierten Welt sowie über die reale Möglichkeit der Solidarität zwischen Menschen aus verschiedenen Orten und Kulturen.

 

Mitglieder der Ökumenischen Jury am Locarno Festival 2018

Dietmar Adler (Deutschland)

Alina Birzache (Präsidentin, Rumänien/Vereintes Königreich)

Anna Piazza (Italien/Spanien)

Baldassare Scolari (Schweiz)

 

Weitere Informationen

 

 

Ökumenische Jury 2018 (v.l.n.r): Alina Birzache, Anna Piazza, Baldassare Scolari, Dietmar Adler | © Christian Murer
Ökumenische Jury 2018 (v.l.n.r): Alina Birzache, Anna Piazza, Baldassare Scolari, Dietmar Adler | © Christian Murer
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