Herbstsynode der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau

Medienmitteilung: Am Mittwoch, 11. November 2020, tagte das Parlament der Römisch-Katholischen Landeskirche des Kantons Aargau, aufgrund der Covid-19-Pandemie anstatt im Grossratsaal von Aarau im Campussaal der FHNW Brugg-Windisch. Die Jahresrechnung 2019 und das Budget 2021 wurden von den Synodalen gutgeheissen. Die angespannte Finanzlage zwang den Kirchenrat zu einer Aufgabenüberprüfung, die nun erste Resultate brachte. Luc Humbel, Kirchenratspräsident, konnte in seinen Ausführungen bereits realisierte Einsparungen von rund CHF 250’000 deutlich machen. Die Leistungsvereinbarung mit Caritas Aargau wurde einstimmig erneuert. Das Präsidium der Synode übernimmt neu Frau Margrit Röthlisberger-Egli aus Vordemwald, als Vizepräsident wurde Andreas Gubler, Auw, gewählt. Neu in den Kirchenrat gewählt wurde Michael Jablonowski.

Mirjam Duff, Co-Leiterin Fachstelle Religion am Campus Brugg-Windisch, schuf mit Hinweisen zu ihrer Tätigkeit vor Ort und einem kurzen spirituellen Impuls einen guten Einstieg in die reich befrachtete Parlamentssitzung.

Jahresbericht und Rechnung 2019 sowie Budget 2021

Die Rechnung 2019, die besser als budgetiert aber immer noch mit einem Aufwandüberschuss von CHF 345’872.69 abschloss, hiessen die Synodalen einstimmig gut. Dies galt auch für den Jahresbericht.

Das Budget 2021 präsentiert sich besser als in den Vorjahren. Es darf mit einem Ertragsüberschuss von CHF 77’700 gerechnet werden. Dass das Budget nicht rote Zahlen schreibt, ist allerdings auf ausserordentliche und einmalige Mehreinnahmen zurückzuführen. Aufgrund anhaltender struktureller Defizite hat der Kirchenrat sämtliche Ausgaben einer Aufgabenüberprüfung unterzogen und konnte bereits Einsparungen von rund einer Viertelmillion Franken präsentieren. «Die getroffenen Massnahmen gehen nicht spurlos an der Landeskirche vorbei», betonte Kirchenratspräsident Luc Humbel. «Wir bauen Stellenprozente ab und streichen Angebote. Diese Schritte sind einschneidend».

Der budgetierte Beitrag von CHF 36’200 an den Neubau der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan führte zu lebhaften Diskussionen im Saal. Aufgrund der aktuellen Finanzlage wurde klar, dass die Landeskirche keinen höheren Beitrag an diese Investition leisten kann. Mehrere Synodale betonten die Wichtigkeit der Unterstützung der Schweizergarde, präge sie doch eine Zeit junger Menschen in Rom, die sich im Anschluss auch in der Schweiz für die Kirche engagieren. Zu guter Letzt hiess das Kirchenparlament das Budget, wie vorgeschlagen, praktisch einstimmig gut.

Zustimmung zur Leistungsvereinbarung 2021 – 2024 mit Caritas Aargau

Caritas Aargau ist operativ für die kirchliche Sozialarbeit zuständig, schafft Angebote für Asylsuchende, Flüchtlinge und Vorläufig-Aufgenommene und fördert mittels verschiedener Projekte die soziale Integration. Die Landeskirche misst der Diakonie, als eines der Wesensmerkmale der Kirche, einen hohen Stellenwert bei. Die gute Zusammenarbeit mit Caritas Aargau ist auch dem Parlament wichtig, dies wurde mehrfach betont. Die Dienstleistungen werden niederschwellig und subsidiär zu staatlichen Angeboten erbracht. Die Kirche soll durch Caritas Aargau als helfende und handelnde Kirche im Aargau wahrgenommen werden, Die Mittel im Rahmen von jährlich 1,6 Mio. Franken für das katholische Hilfswerk wurden einstimmig gutgeheissen.

Ersatzwahl Präsidium und Vizepräsidium Synode und Stimmenzählende

Die Synodalen wählten das Büro der Synode für die Amtsperiode 2021 bis 2022 mit der neuen Synodepräsidentin Margrit Röthlisberger-Egli, Vordemwald und dem neuen Vizepräsidenten Andreas Gubler, Auw, an der Spitze. Dazu wurden vier Stimmenzählende gewählt.

Ersatzwahl Kirchenrat

Heinz Altorfer, im Kirchenrat seit 1999, amtierender Vizepräsident und zuständig für die Fachstelle Bildung und Propstei, demissionierte auf Ende 2020. Kirchenratspräsident Luc Humbel würdigte die wertvolle Arbeit des scheidenden Vizepräsidenten und dankte ihm für sein professionelles Wirken und die angenehme Zusammenarbeit in der Exekutive der Landeskirche. Für den Rest der Amtsperiode 2019 bis 2022 stellte sich Michael Jablonowski, Bergdietikon zur Wahl. Jablonowski arbeitet als Seelsorger im Pastoralraum am Mutschellen. Er ist motiviert, den Wandel der Kirche im Aargau aktiv mitzugestalten und freut sich auf die neue Arbeit auf strategischer Ebene. Michael Jablonowski wurde einstimmig in den Kirchenrat gewählt. Für Ende Juni 2021 hat Rolf Steinemann, zuständig für das Ressort Finanzen und Liegenschaften, seinen Rücktritt erklärt.

Umteilung der Mitglieder aus Linn und Gallenkirch zur Kirchgemeinde Brugg

Zum Schluss genehmigte das Synodenparlament die Kirchgemeindebeschlüsse von Hornussen-Zeihen und Brugg zur Umteilung der Mitglieder in den Ortsteilen Linn und Gallenkirch (Gemeinde Bözberg) von der Kirchgemeinde Hornussen-Zeihen zur Kirchgemeinde Brugg per 1. Januar 2021.

v.l.n.r. Andreas Gubler (Auw), Margrit-Röthlisberger-Egli (Vordemwald), Michael Jablonowski (Bergdietikon) | © zVg Esther Kuster
Röm.-kath. Kirche im Aargau
13. November 2020 | 11:23