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Karfreitag im «Sunnehügel»

Schüpfheim LU, 3.4.15 (kath.ch) In der schlichten Gebetszeit am Morgen stand noch die Tafel von gestern Abend im inneren Chor, nun leer und abgeräumt. Der Aufbruch ins Ungewisse war spürbar.

Auch wir brechen nach dem Frühstück bei Wind und Wetter auf zu einem Stationenweg. Unterwegs beklagen wir Ungerechtigkeiten und persönliche Grenzen. Vor dem individuellen Rückweg stärken wir uns mit einem Picknick.

Für den Heimweg erhält jeder ein kleines Holzkreuz. Ungeschliffen lädt es ein zur Auseinandersetzung mit den Lücken in unserem eigenen Leben. Den ganzen Nachmittag nehmen wir uns Zeit, das Stück Holz durch Schleifen, Malen und Kleben zu unserem eigenen Kreuz zu machen.

Am frühen Abend liegt ein Abbild unserer Kreuz-Ikone in Form eines Beetes aus nackter Erde im inneren Chor. Begleitet von improvisierter Musik legen wir unsere persönlichen Kreuze dazu und entzünden je eine Grabkerze. Manche wagen es, ihr persönliches Leid laut zu klagen, andere schweigen oder es verschlägt ihnen die Sprache.

Beim gemeinsamen Znacht ist Zeit zum Durchatmen. Die Schwere weicht dem einen oder anderen leichteren Tischgespräch. Das tut gut. Zum Ausklang kehren jene, die noch mögen, in den inneren Chor zurück und meditieren bei stiller Musik das entstandene Karfreitagsbild. (lf)

Karfreitag: Jeder kehrt still und für sich vom Stationenweg nach Hause zurück. | © Lukas Fries-Schmid
3. April 2015 | 09:52
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