Kirche St. Theresia: Allschwiler Katholiken verhandeln mit Gemeinde über Verkauf
Die Katholikinnen und Katholiken im baselländischen Allschwil haben zwei Kirchen. Weil die Zahl der Mitglieder zurückgeht, wird der Unterhalt der Gotteshäuser zu einer finanziellen Belastung. Die Kirchgemeinde verhandelt nun mit der Einwohnergemeinde über einen Verkauf der Theresienkirche.
Barbara Ludwig
In Allschwil gibt es zwei katholische Gotteshäuser. Die Kirche St. Peter und Paul und die Kirche St. Theresia. Die 1938 erbaute Theresienkirche ist aktuell Gegenstand von Verkaufsverhandlungen zwischen der römisch-katholischen Kirchgemeinde Allschwil und der Einwohnergemeinde, wie die «BZ – Zeitung für die Region Basel» am Donnerstag berichtete. Letztere sucht nach einem Raum für kulturelle Anlässe.
«Da wir in Allschwil zwei katholische Kirchen haben, wird das Budget enorm belastet.»
«Es wäre eine Win-win-Situation», sagte Kirchgemeindepräsident Roland Ambühl gegenüber der Zeitung. Denn die Kirchgemeinde leidet unter kontinuierlichem Mitgliederschwund. Aktuell gehören ihr etwas mehr als 4200 Mitglieder an, teilt Ambühl kath.ch auf Anfrage mit. Und: «Wir verlieren jährlich wegen Todesfällen und Austritten gegen 100 Mitglieder.» Vor zwei bis drei Jahren habe es «speziell viele Austritte» gegeben, was einen Einbruch bei den Steuereinnahmen in Höhe von rund 300’000 Franken verursacht habe.
«Da wir in Allschwil zwei katholische Kirchen haben, wird das Budget enorm belastet», erklärt Ambühl. Deshalb habe der Kirchenrat vor zirka fünf Jahren eine Kommission ins Leben gerufen, die prüfen sollte, wie eine der beiden Kirchen teilweise umgenutzt werden könnte. Nun soll die Kirche St. Theresia zu einem Kultur- und Begegnungsort werden.
Italienischsprachige Gottesdienste
Der Zeitung zufolge werden diverse Säle und Räume der Kirche bereits seit einigen Jahren kulturell genutzt, vor allem für Musikanlässe, aber auch für Tagungen und Vereinsaktivitäten. Ab Anfang 2027 ist ein neu gegründeter Verein für die Vermietung der Räumlichkeiten für kulturelle Anlässe zuständig. Er heisst Verein Theresia Kultur und Begegnung und übernimmt die Verantwortung für den Betrieb von der kirchlichen Kommission Theresia Kultur und Begegnung.
Ein Blick in die Gottesdienst-Agenda zeigt, dass in der Kirche St. Theresia an Sonntagen eine Messe für italienischsprachige Katholikinnen und Katholiken gefeiert wird. Und ab und zu findet am Mittwoch ein Gottesdienst oder eine kirchliche Feier statt.
Entscheidung wohl im nächsten Jahr
Laut der Zeitung ist noch offen, in welcher Form die Gemeinde das Kirchengebäude übernehmen könnte – sprich, ob wirklich ein Verkauf in Frage kommt. Das Bistum Basel favorisiert demnach eine Abgabe im Baurecht, bei der der Boden im Besitz der Kirche bliebe. Auch die Gemeinde könne sich diese Variante vorstellen.
Über einen allfälligen Verkauf der Kirche entscheiden der Einwohnerrat und die Kirchgemeindeversammlung. Zur Abstimmung in der Kirchgemeindeversammlung werde es wohl im nächsten Jahr kommen, an der Kirchgemeindeversammlung im Juni oder im November, so Kirchgemeindepräsident Ambühl gegenüber kath.ch.
Voraussetzung für eine dauerhafte kulturelle Nutzung ist die Profanierung der Kirche, also die Entweihung. Dazu habe das Bistum bereits seine Zustimmung gegeben, schreibt die Zeitung.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




