Luftaufnahme aus dem Amazonasgebiet
Vatikan

Quecksilber überall: Papst empfängt Aktivisten gegen illegalen Goldabbau im Amazonas

Im Amazonasgebiet macht sich eine Umwelt- und Gesundheitskrise breit. Auslöser dafür ist der Goldbergbau mit Hilfe von giftigem Quecksilber. Wissenschafter und Aktivisten haben den Papst über eine Studie informiert und um Engagement gebeten.

(KAP) Kurz vor seiner Südamerika-Reise hat Papst Leo XIV. jüngst Wissenschaftler und Aktivisten aus Peru, Kolumbien und Bolivien im Vatikan empfangen und sich über die Schäden durch den Goldabbau in der Amazonas-Region und der damit verbundenen Quecksilberbelastung informiert. Bei dem Problem handle es sich um eine «wichtige Angelegenheit», sagte Leo XIV. laut Medienberichten beim Empfang der Delegation.

Umwelt- und Gesundheitskrise

Die Gruppe übergab dem Papst eine Zusammenfassung einer zehnjährigen Studie des Centro de Innovación Científica Amazónica (CINCIA) zur Umwelt- und Gesundheitskrise im peruanischen Amazonasgebiet. Als deren wichtigster Auslöser gilt der Goldbergbau, «der zum Grossteil illegal, ebenso wie die Verwendung von Quecksilber dafür, wie es das Minamata-Übereinkommen festlegt», sagte die peruanische Forscherin Claudia Vega Ruiz.

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Das seit 2017 geltende Minamata-Übereinkommen der Vereinten Nationen soll die Verwendung und Freisetzung von Quecksilber begrenzen. Der hochgiftige Stoff kann insbesondere das Nervensystem schädigen. Allein in der Region Madre de Dios gelangten Schätzungen zufolge jährlich rund 180 Tonnen Quecksilbers in die Umwelt und sei mittlerweile überall – «in der Luft, in Fischen, in Fledermäusen, in Vögeln, in Menschen», so Vega.

Undurchsichtige Lieferkette ist mitschuldig

Der kolumbianische Wissenschaftler Jesús Olivero-Verbel verwies bei der Begegnung mit dem Papst auf die internationale Dimension des Problems. Während Akteure in den Abnehmerländern am Goldhandel verdienten, litten Gemeinden im Amazonas unter «Vernachlässigung, Umweltverschmutzung und tiefer Armut». Beschränkungen und Verbote würden zudem von Schmuggelnetzwerken umgangen. «Die Undurchsichtigkeit der Lieferkette, bei der es schwierig ist, alle Glieder der Produktionskette zurückzuverfolgen, kommt den Geschäftemachern zugute», sagte Olivero-Verbel.

Oscar Campanini vom bolivianischen Centro de Documentación e Información Bolivia (CEDIB) forderte internationale Massnahmen. Die bisherigen Programme und Instrumente zur Eindämmung der Schäden schritten «viel langsamer voran, als es der Amazonas erfordert». Die Delegation hoffe darauf, dass der Heilige Stuhl den globalen Dialog zum Schutz von «Leben, Würde, Flüssen und Wäldern des Amazonas» fördere, hiess es in italienischen Medien.

Papstreise im November

Leo XIV. soll bei seiner für 6. bis 17. November geplanten Lateinamerika-Reise den peruanischen Amazonas besuchen. In Pucallpa in der Region Ucayali sind Treffen mit Missionaren, lokalen Gemeinschaften und Vertretern indigener Völker vorgesehen.


Luftaufnahme aus dem Amazonasgebiet | © Adveniat
2. Oktober 2026 | 09:00
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