Eine Gedenk-Initiative - auf der Erinnerungskultur-Seite des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz
International

Wie der sexuellen Gewalt gedenken – Online-Projekt

Der deutsche Betroffenenbeirat will Erinnerungskultur sichtbar machen: Ilonka Czerny hat online Formen des Erinnerns an sexualisierte Gewalt in der Kirche zusammengestellt. Dabei geht es nicht nur um Denkmäler.

(KNA) Das Internetportal des Betroffenenbeirats bei der Deutschen Bischofskonferenz präsentiert eine neue Schwerpunktseite zum Thema Erinnerungskultur. In einer Zeit, in der viele Bistümer und private Betroffeneninitiativen Erinnerungsprojekte in den Blick nehmen, wolle man sich des Themas annehmen, sagte Kunsthistorikerin Ilonka Czerny am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Das Mitglied im Betroffenenbeirat erklärte, ihre Idee sei gewesen, Projekte zum Thema Betroffenenkultur auf einer gemeinsamen Internetseite zusammenzuführen. «Gedenkkultur im Kontext der sexualisierten Gewalt in den Kirchen ist für uns Betroffene sehr wichtig, damit das Unrecht und das damit im Zusammenhang stehende erlittene Leid nicht in Vergessenheit geraten. Die kirchlichen Verantwortungsträger können dadurch ein Zeichen für Anerkennung und Verantwortungsübernahme setzen», heisst es dazu auf der Internetseite.

Anregungen für eigenes Erinnern

Czerny stellt auf der Internetseite bereits bestehende Gedenkformen exemplarisch vor und will damit Beispiele liefern, wie Erinnerungskultur aussehen kann. «Die Seite bietet eine gute Möglichkeit, um sich Anregungen zu holen – gar nicht, um etwas zu kopieren, sondern eher, um es zu modifizieren», sagte die Kunsthistorikerin. Manche Erinnerungsprojekte lassen sich sogar ausleihen und am eigenen Wirkungsort präsentieren.

Aufgeführt sind etwa Projekte, wie das im Jahr 2018 bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz temporär aufgebaute Mahnmal in Form eines Friedhofsgrabs von Jens Windel.

Czernys Wanderausstellung «Betroffene zeigen Gesicht» wird vorgestellt, ausserdem der Katholikentagsstand in Stuttgart, den der Betroffenenbeirat in Form einer Baustelle aufbaute. Eine Kurzinformation gibt es zur Installation «Shattered Souls … in a Sea of Silence» aus 333 umwickelten Kinderpuppen vor dem Kölner Dom und eine weitere zur Pflanzaktion von Blutbuchen im Bistum Münster.

Seite wächst weiter

Czerny wies darauf hin, dass sie liturgische Gedenkfeiern, Gottesdienste oder Tagungen, bewusst nicht aufgenommen habe, sondern ausschliesslich Beispiele, die objekthaft oder darstellend im künstlerischen Kontext zu verorten sind.

Die Seite sei noch nicht fertig, erklärte Czerny. Aktuell arbeite sie daran, Beispiele darstellender Erinnerungskultur zusammenzutragen.

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Wer Erinnerungskulturstätten oder auch mobile, temporäre Kulturstücke auf der Seite ergänzen möchte, kann sich an sie wenden. Czerny berichtete, sie sei bereits angeschrieben worden, ob sie literarische Texte und Gedichte, sowie Zeichnungen auf der Seite aufnehmen könne.

«Wenn Menschen das wünschen, soll das hier auch eine Plattform finden.» Auch wenn sie Kunsthistorikerin sei, gehe es ihr keineswegs darum, irgendeine Bewertung vorzunehmen.


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18. September 2026 | 07:00
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