Bruder Benedikt Meier feiert bald die Ewige Profess.
Schweiz

Bruder Benedikt: «Ewige Profess könnte man mit Hochzeit vergleichen»

Bruder Benedikt Meier (37) feiert am Samstag seine Ewige Profess. Damit wird er offiziell Teil der Gemeinschaft der Benediktiner in Disentis und kann fortan an den Kapiteln über die Belange des Klosters mitentscheiden.

Regula Pfeifer

Bruder Benedikt Meier freut sich auf die Ewige Profess am kommenden Samstag. Die Berufung, sein Leben in der Benediktinergemeinschaft von Disentis zu verbringen, verspüre er schon lange, sagt er im Interview mit der klostereigenen Publikation «Disentis».

«Dass diese Berufung nun lebenslange Realität werden darf, ist wunderschön.» Die Ewige Profess sei vergleichbar mit der eigenen Hochzeit, findet er. Und er spricht von der seiner Vorfreude, sich an diesem Tag mit den Menschen auszutauschen, die er eingeladen hat. Sie seien auf einer bestimmten Etappe seines Berufungsweges sehr wichtig gewesen.

Die drei Gelübde

An der Ewigen-Prozess-Feier werde er versprechen, «ein Leben lang meinen Gelübden in der Benediktinergemeinschaft Disentis treu zu bleiben», so Bruder Benedikt Meier weiter. Dabei erklärt er die drei Gelübde, die er ablegen wird.

Mit der «stabilitas» werde er sich für Beständigkeit in der Gemeinschaft und am Ort verpflichten. Mit der «conversatio morum» gelobe er einen klösterlichen Lebenswandel, beziehungsweise ein Leben nach der Regel des Heiligen Benedikt. Und mit «oboedientia» beteuere er Gehorsam gegenüber seinen Oberen, aber auch gegenüber seinen Mitbrüdern.

Bruder Benedikt Meier arbeitet an der Klosterpforte - Telefondienst inklusive.
Bruder Benedikt Meier arbeitet an der Klosterpforte - Telefondienst inklusive.

«Ab der Ewigen Profess gehöre ich ganz offiziell zum Kloster Disentis», erklärt Bruder Benedikt Meier. Ab dann dürfe er an den Kapiteln teilnehmen und abstimmen, also an den bedeutenden Entscheidungen des Klosters mitwirken. Und danach trägt er während den Gebetszeiten auch den «Flock», einen feierlichen Rock.

Gleichzeitig sei nun seine Ausbildung zu Ende, so Bruder Benedikt Meier. Er übernimmt erste feste Aufgaben im Kloster – den Dienst an der Pforte und ein kleines Pensum als Religionslehrer am klostereigenen Gymnasium.

Dritter in zehn Jahren

Bruder Benedikt Meier wird der dritte Mönch sein, der in den letzten zehn Jahren die Ewige Profess im Kloster Disentis abgelegt hat. Die zwei bisher neueren offiziellen Gemeinschaftsmitglieder leben weiterhin im Kloster, wie Abt Vigeli Monn gegenüber kath.ch sagt. Auf dem Weg zur Ewigen Profess sind neben Benedikt Meier drei weitere Männer.

«Wir beten weiterhin, dass gottsuchende Männer den Weg zu uns finden.»

Abt Vigeli Monn
Vigeli Monn, Abt von Disentis, bei einem Apéro im Rittersaal des Bischöflichen Schlosses in Chur, 2024
Vigeli Monn, Abt von Disentis, bei einem Apéro im Rittersaal des Bischöflichen Schlosses in Chur, 2024

Dies stimmt den Abt von Disentis zuversichtlich: «Ich schaue mit Zuversicht in die Zukunft des Klosters», sagt er. «Ich bin sehr dankbar für die grosse Gnadengabe Gottes.» Doch abgeschlossen ist die Suche nach klösterlichem Nachwuchs nicht. «Wir beten weiterhin, dass gottsuchende Männer den Weg zu uns finden und mit unserer Gemeinschaft den Weg der Gottsuche gehen wollen.»

Eine Woche Schweigeexerzitien

Im Moment bereitet sich der Benediktiner eine Woche lang mit intensiven Schweigeexerzitien auf die Ewige Profess vor. «Dabei schaue ich zurück auf die bisherigen vier Jahre im Kloster und möchte mein kommendes klösterliches Leben dem Segen Gottes anempfehlen», sagt er gegenüber der Klosterzeitschrift «Disentis».

Er sei zuvor «langsam, aber sicher» in seine Berufung als Benediktinermönch hineingewachsen und ins Gefühl, in Disentis zuhause zu sein. «Bei meinen Mitbrüdern fand ich immer ein offenes Ohr bei Fragen oder Schwierigkeiten.»

Bruder Benedikt Meier im Gespräch mit einem Mitbruder
Bruder Benedikt Meier im Gespräch mit einem Mitbruder

Im Kloster Disentis leben neben dem Abt aktuell 22 Mitbrüder, darunter auch Novizen und Mitglieder mit Einfachen Professen. Der Altersdurchschnitt aller beträgt demnach 55,3 Jahre.

Kloster sucht Kontakt zu jungen Menschen

Die Benediktiner von Disentis fördern ihren Nachwuchs, betätigt Abt Vigeli Monn auf Anfrage. Sie bieten Anlässe explizit für junge Menschen an – wie der auf kath.ch jüngst vorgestellte Kapellenweg. Die Mönche nehmen an nationalen und internationalen Weltjugendtagen ebenso teil wie am Jugendfestival in Medjugorje. Zudem pflegen die Ordensmänner Kontakte zu verschiedenen Gemeinschaften und Gebetsgruppen.

Auch die Männer, die bereits in die Gemeinschaft eingetreten sind, werden gefördert. Sie erhalten eine klosterinterne Ausbildung, dürfen ein Theologiestudium absolvieren oder an Weiterbildungen teilnehmen. Das Gymnasium des Klosters Disentis hingegen habe in den letzten Jahrzehnten «nicht als direkter Nachwuchs-Pool» gewirkt, sagt der Abt auf eine entsprechende Frage. Es sei aber ein «sinnvoller Einsatzort für kommende Mitbrüder».

Aufgewachsen in Zürich und Altendorf

Am 22. April 1989 als Michael Meier in Zürich geboren, wächst der spätere Bruder Benedikt hauptsächlich in Altendorf SZ auf. Er macht die Matur an der Stiftsschule Einsiedeln, studiert ein Semester Informationswissenschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur und dann Theologie in Chur und Lugano. Von 2011 bis 2015 ist er Priesteramtskandidat am Priesterseminar in Chur. 2016 ist er erstmals Novize im Kloster Disentis.

Bruder Benedikt Meier in der Klosterkirche Disentis
Bruder Benedikt Meier in der Klosterkirche Disentis

Es folgt ein Unterbruch von fünf Jahren. Dann tritt er am 12. Mai 2022 wieder ins Kloster Disentis ein. Am 15. August 2022 feiert er die Einfache Profess und nimmt den Ordensnamen Bruder Benedikt Meier an. Während seiner Zeitlichen Profess macht er in Freiburg i.Ü. den Master als Religionslehrer.

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Bruder Benedikt Meier feiert bald die Ewige Profess. | © Stefan Schwenke/Kloster Disentis
17. August 2026 | 17:00
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