Künstliche Intelligenz - Illustration
International

Unesco vor Papstbesuch: Gemeinsam für Menschenwürde im KI-Zeitalter

Erstmals seit 1980 besucht ein Papst die Unesco in Paris, jene Organisation der Vereinten Nationen, die sich um Kultur, Bildung und Kommunikation kümmert. Leo XIV. wird da am 25. September über KI sprechen – ein Kernthema seines Pontifikats.

Sabine Kleyboldt (CIC)

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen hat vor dem Papstbesuch übereinstimmende Ziele mit der katholischen Kirche betont. «Die gemeinsame Botschaft von Unesco und Vatikan ist eindeutig: Technologischer Fortschritt muss von menschlichen Werten geleitet und durch eine verstärkte globale Zusammenarbeit gestützt werden, damit sich Menschenwürde und Kreativität im digitalen Zeitalter entfalten können», heisst es in einer am 9. August in Paris veröffentlichten Mitteilung der Unesco.

Als erster Papst seit 1980 wird Leo XIV. am 25. September den Hauptsitz der UN-Organisation für Kultur, Bildung und Kommunikation in Paris besuchen. Die auf Einladung von Unesco-Generaldirektor Khaled El-Enany organisierte Begegnung widmet sich aktuellen Herausforderungen unter anderen durch Künstliche Intelligenz (KI), die Papst Leo in seiner ersten Enzyklika «Magnifica humanitas» formuliert hatte.

Grundsatzrede des Papstes

Die Ankunft von Leo XIV. bei der Unesco ist für 15 Uhr vorgesehen. Nach einem Vier-Augen-Gespräch mit El-Enany sowie einem Besuch des «Platzes der Toleranz» und der Kunstausstellung auf dem Gelände beginnt die offizielle Zeremonie. Dabei werden der Papst wie auch der Generaldirektor Grundsatzreden halten.

Ebenso werden die Unesco und der Heilige Stuhl ein Rahmenabkommen zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der KI unterzeichnen, hiess es. Der Besuch unterstreiche die weitgehende Übereinstimmung der Prioritäten beider Organisationen: Angesichts des raschen technologischen Wandels sei es notwendig, den Schutz der Schwächsten und die Bedeutung der Menschenwürde in den Mittelpunkt von Innovationen zu stellen, so die Unesco.

Junge Menschen diskutieren Papst-Enzyklika

Bereits am Vormittag werden beim Unesco-Forum «Jugend im digitalen Zeitalter» junge Menschen sowie Persönlichkeiten aus Kunst, Forschung und des öffentlichen Lebens Themen des päpstlichen Lehrschreibens diskutieren. Zugleich sollen dabei neue Normen für das digitale Zeitalter formuliert werden.

Bei seiner sechsten Auslandsreise wird Papst Leo XIV. vom 25. bis 28. September Paris, den Wallfahrtsort Lourdes und das nordfranzösische Metz, Wirkungsstätte des Europa-Politikers Robert Schuman (1886-1963), besuchen.

Papst Johannes Paul II. hatte am 2. Juni 1980 am Unesco-Sitz in Paris eine Ansprache gehalten, in der er die Bedeutung von Kultur und Bildung für die Würde des Menschen betonte. Dieser Besuch war Teil seiner ersten Frankreichreise (30. Mai-2. Juni 1980).

Anzeige ↓ Anzeige ↑

Künstliche Intelligenz – Illustration | © Pixabay/Geralt
15. August 2026 | 15:00
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!