«Kirche + Tourismus Schweiz» will die Sakrallandschaft sichtbarer machen
Schweiz

Seco gibt grünes Licht für zweite Phase des Projekts «Swiss Religious Heritage»

Kirchen, Klöster und Pilgerwege sollen als touristische Attraktionen stärker ins Blickfeld rücken. Das SECO hat die Finanzierung der zweiten Phase des Projekts «Swiss Religious Heritage» bewilligt. Nun sollen die Erkenntnisse aus der Forschung in konkrete Angebote und Kooperationen überführt werden.

Jacqueline Straub

Seit einem Jahr läuft das vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) finanzierte Forschungs- und Entwicklungsprojekt «Swiss Religious Heritage: Sakrales Kulturerbe touristisch erleben». Es stärkt den Kulturtourismus in der Schweiz, indem es Angebote rund um Kirchen, Klöster, Pilgerwege und sakrale Kulturlandschaften – unabhängig von ihrer religiösen oder konfessionellen Zugehörigkeit – sichtbar macht und touristisch erschliesst.

Zusammenarbeit zwischen Kirche und Tourismus

Nun hat das SECO grünes Licht für die Finanzierung der zweiten Projektphase gegeben. Damit wird die Grundlage geschaffen, die in der ersten Phase gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis zu überführen und die Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Tourismus gezielt weiterzuentwickeln, heisst es in einer Mitteilung von «Kirche + Tourismus Schweiz» (KTCH).

Die erste Projektphase umfasste die Konzeption des Projekts, die Vernetzung zentraler Akteure sowie den Aufbau einer Kontaktdatenbank an der Schnittstelle von Kirchen und Tourismus. Hinzu kamen Literaturrecherchen, Expertengespräche und eine Befragung von rund 200 Anbietenden. «Die Ergebnisse zeigen ein erhebliches Potenzial: Sakrale Räume sind insbesondere dann touristisch attraktiv, wenn sie mit zeitgemässen Erlebnissen verknüpft werden», hält die Mitteilung fest.

St. Jost - Kapelle am Bürgenstock
St. Jost - Kapelle am Bürgenstock

Im Mittelpunkt stehen dabei weniger religiöse Beweggründe als vielmehr kulturelle, architektonische und historische Werte. Darüber hinaus knüpft das sakrale Kulturerbe an aktuelle Entwicklungen wie Wellbeing, Nachhaltigkeit und Ganzjahrestourismus an. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung Herausforderungen bei Vernetzung, Fachwissen und Sichtbarkeit auf. Die Befragung verdeutlicht den Bedarf an gezielter Unterstützung und einer engeren Zusammenarbeit.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen verfolgt die zweite Projektphase das Ziel, neue Impulse für die Entwicklung zeitgemässer touristischer Angebote in und rund um Sakralräume zu setzen. Im Fokus stehen der Austausch von Best Practices, der Aufbau von Know-how, eine stärkere Vernetzung und eine höhere Sichtbarkeit kirchlicher Akteure.

Webplattform soll Orte auffindbar machen

Zu diesem Zweck werden praxisorientierte Inhalte auf einer Webplattform gebündelt und gemeinsam mit touristischen Partnern aufbereitet. Sie sollen zeigen, wie attraktive touristische Angebote entwickelt und Kooperationen zwischen Kirchen und Tourismus erfolgreich gestaltet werden können.

Wandersaison in der Sakrallandschaft der Innerschweiz 2016
Wandersaison in der Sakrallandschaft der Innerschweiz 2016

Viele Orte seien «bisher digital kaum erfasst und schwer auffindbar», schreibt Christian Cebulj, Mitglied der Geschäftsleitung des Vereins KTCH und Projektleiter «Religion–Kultur–Tourismus» an der Theologischen Hochschule Chur, kath.ch. «Durch eine neue Plattform sollen sie erstmals schweizweit gebündelt, digital vernetzt und über touristische Vertriebskanäle zugänglich gemacht werden.»

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Ein zentrales Element der zweiten Projektphase bilden ausgewählte Schweizer Best-Practice-Beispiele, die unterschiedliche Formen der touristischen Nutzung von Sakralräumen veranschaulichen. Eine breit abgestützte Begleitgruppe aus Fachpersonen der Bereiche Kirche und Tourismus begleitet deren Auswahl und Aufbereitung. Sie soll den Wissenstransfer fördern und die Kommunikation der Projektergebnisse stärken.


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23. Juli 2026 | 16:00
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