Journalismus: Arbeit am Text
International

Katholische Publizisten: KI-Enzyklika stärkt kritischen Journalismus

Das erste Lehrschreiben von Papst Leo XIV. ist da – es geht um den Umgang mit KI. Der katholische Journalistenverband GKP liest die neue Enzyklika auch als Auftrag an kirchliche Medien, Missstände offen zu benennen.

(KNA) Die Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten (GKP) in Deutschland sieht im neuen Lehrschreiben von Papst Leo XIV. eine Bestärkung für kritischen und unabhängigen Journalismus. «In einer Welt, in der falsche Informationen und Lügen als Waffe verwendet und Journalistinnen und Journalisten bedroht, gegängelt und getötet werden, steht der Papst ein für die Freiheit der Presse als wesentliche Bedingung für die Demokratie und eine offene Gesellschaft», erklärte der GKP-Vorsitzende Joachim Frank jüngst in Köln.

Kritische Töne des Papstes gewürdigt

Die erste Enzyklika des Papstes mit dem Titel «Magnifica humanitas» (Großartige Menschheit) widmet sich dem Umgang mit KI. Der Papst fordert unter anderem strengere Richtlinien, ohne aber die Technologie grundsätzlich abzulehnen. Angesichts von Desinformation und Populismus bedürfe es des seriösen Journalismus. Das Lehrschreiben erschien am Pfingstmontag.

«Von der Kirche getragene Medien müssen sich daran messen lassen, ob sie frei und ohne Angst vor Sanktionen ihrer Auftrag- und Geldgeber zu innerkirchlichen Missständen recherchieren, sie benennen und aufklären helfen können.»

Besonders würdigt die GKP auch kritische Töne des Papstes zur kirchlichen Kommunikation im Umgang mit Missständen in den eigenen Reihen. In dem Lehrschreiben heisst es: «Wachsamkeit und Transparenz sind jedoch in erster Linie eine schwerwiegende Verantwortung der Kirche selbst, und wir dürfen nicht darauf warten, dass andere uns zwingen, uns mit unbequemen Wahrheiten über uns selbst auseinanderzusetzen.»

Verantwortung kirchlicher Medien

Diese Aussagen über die Verantwortung der Kirche beschreiben laut Frank zugleich eine eigene Verantwortung kirchlicher Medien und bestimmen ihren Auftrag: «Von der Kirche getragene Medien müssen sich daran messen lassen, ob sie frei und ohne Angst vor Sanktionen ihrer Auftrag- und Geldgeber zu innerkirchlichen Missständen recherchieren, sie benennen und aufklären helfen können.»

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Eine kirchliche Presse, die aus Rücksicht oder Furcht nur bruchstückhaft oder gar nicht berichte, schaffe sich am Ende selbst ab. «Statt von ‘eigenen’ Medien eine genehme Berichterstattung zu fordern, sollten Bischöfe und andere Auftraggeber ihrer Verantwortung in der von Papst Leo beschriebenen ‘Ökologie der Kommunikation’ gerecht werden», so Frank.


Journalismus: Arbeit am Text | © Christoph Wider
27. Mai 2026 | 15:00
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