Christoph Beeler-Longobardi und Franziska Tschupp, Co-Leitende der ökumenischen Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern
Schweiz

Luzerner Notfallseelsorge erstmals bei über 100 Ereignissen im Einsatz

Notfallseelsorgende und «Care Givers» sind bei Suizid, ausserordentlichen Todesfällen oder schweren Verkehrsunfällen im Einsatz. Sie begleiten Angehörige, unverletzte Beteiligte, Zeugen oder beim Überbringen von Todesnachrichten. 2025 waren sie im Kanton Luzern bei 117 Ereignissen und während 985 Stunden im Einsatz.

(woz) «Erfolgt ein Aufgebot, so sind wir in der Regel innerhalb von 45 Minuten am Einsatzort», erklärt Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern. Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder der Feuerwehr.

«Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg.»

Im Jahr 2025 standen die Teammitglieder bei 117 Ereignissen im Einsatz (Vorjahr 97) und leisteten während 985 Stunden (Vorjahr rund 980) psychologische und seelsorgerliche Unterstützung, schreiben die Kirchen im Kanton Luzern.

«Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg. Unsere Aufgabe ist es, Ereignisse, Gefühle und Handlungen in eine chronologische Reihenfolge zu bringen, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden», so Beeler-Longobardi. Der Katholik war bis 2021 Pastoralraumleiter Oberseetal.

Erstmals über 100 Einsätze

Im Jahr 2025 waren die Teams bei mehr als 117 Ereignissen präsent. «Im Vergleich der letzten Jahre ist dies die mit Abstand höchste Zahl», sagt Christoph Beeler-Longobardi.

Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Care Givers bei ausserordentlichen Todesfällen. Das sind beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Die Zahl solcher Ereignisse stieg auf 37 (Vorjahr 35). Zugenommen haben weiter die Präsenz bei 29 suizidalen Ereignissen (Vorjahr 23).

Die "Care Giver" Margrit Epli und Alexandra Felder im Einsatz (gestellte Szene)
Die "Care Giver" Margrit Epli und Alexandra Felder im Einsatz (gestellte Szene)

Franziska Tschupp hat die Stelle als Co-Leiterin im Rahmen eines 25 Prozent Pensums per Anfang Jahr 2026 angetreten. Während den ersten beiden Monaten hat sie sich eingearbeitet und das Team kennengelernt. Schwerpunkt der Ausbildung bildete im Jahr 2025 eine grosse Übung: 60 Figuranten und 50 Care Giver haben dazu in Ruswil an einem fiktiven Ereignis während eines Gottesdienstes teilgenommen.

Es ging dabei um die Zusammenarbeit innerhalb des Teams sowie mit Polizei und betroffenen Institutionen wie Kirchgemeinde, Pfarrei, Alterszentrum und Schule. Krisenkonzepte konnten so aufeinander abgestimmt werden.

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Trägerin der Ökumenischen Notfallseelsorge sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern. Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Franziska Tschupp in einem Pensum von insgesamt 40 Prozent. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende sind im Team.


Christoph Beeler-Longobardi und Franziska Tschupp, Co-Leitende der ökumenischen Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern | © Roberto Conciatori
4. März 2026 | 10:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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