Mitglieder der Piusbruderschaft beim Requiem für Bischof Vitus Huonder, 17. April 2024, in Écône
Schweiz

Pfarrer von Fully half Piusbrüdern bei Niederlassung in Écône

Der verstorbene Priester von Fully soll nicht nur sexuellen Missbrauch begangen haben – wie am Solidaritätsmarsch vom Sonntag geäussert wurde. Er soll auch die Priesterbruderschaft begünstigt haben.

(rp) Anlässlich des Solidaritätsmarsches von Fully hat die Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» den früheren Pfarrer des Ortes unter die Lupe genommen, wie cath.ch berichtet. Demnach soll der Geistliche, der 48 Jahre in jenem Walliser Dorf wirkte und 1983 verstarb, Erwachsene und Kinder sexuell missbraucht haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Unterstützer von Lefebvre

Zutage kam dabei eine weitere Seite des Pfarrers. Der Geistliche soll eine wesentliche Rolle bei der Gründung der Bruderschaft St. Pius X. (FSSPX) in Écône gespielt hatte.

Der exkommunizierte Erzbischof Marcel Lefebvre, 1976
Der exkommunizierte Erzbischof Marcel Lefebvre, 1976

Die Piusbruderschaft liess sich 1970 in Écône, unweit von Fully, als Seminar und Zentrum für die traditionelle Priesterausbildung nieder. Écône wurde zum Mutterhaus der Bruderschaft. Diese wurde 1988 von Rom getrennt, nachdem Lefebvre in eigener Vollmacht Bischöfe geweiht hatte.

Die Niederlassung in Écône geschah laut der Zeitung mit Zustimmung der örtlichen kirchlichen Behörden. Dabei fungierte der Pfarrer von Fully als Vermittler, damit Lefebvre das Anwesen von Écône erwerben konnte, um dort seine Seminaristen unterzubringen. Diese Tatsache wird in einem Werk von Isabelle Raboud, aber auch von der FSSPX selbst erwähnt.

Zwei Seminaristen

Auf der Website des Schweizer Distrikts der Bruderschaft ist zu lesen: «(…) Me Lovey [es handelt sich um Roger Lovey, einen Laien, der zusammen mit anderen das Anwesen von Écône gekauft hatte, um es für ein religiöses Werk zu nutzen] lernt Msgr. Marcel Lefebvre (1905-1991) beim Pfarrer von Fully kennen (…), der sein Mitschüler am französischen Priesterseminar in Rom gewesen war.» Die beiden hatten sich also im französischen Priesterseminar in Rom kennengelernt. (mit Informationen von cath.ch)

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Mitglieder der Piusbruderschaft beim Requiem für Bischof Vitus Huonder, 17. April 2024, in Écône | © cath.ch/Bernard Hallet
17. Dezember 2025 | 12:00
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