Kirchgemeinde Kriens sagt Ja zu Umnutzung von St. Franziskus: Kirche wird zur Schule
Mit einer deutlichen Mehrheit hat jüngst die Versammlung der katholischen Kirchgemeinde Kriens die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit die Stadt Kriens das Begegnungszentrum St. Franziskus als Schulraum nutzen kann. Damit eröffnet die Kirchgemeinde sich selbst neuen Raum für Bildung und für neue Formen kirchlichen Lebens.
Wolfgang Holz
Die Kirchgemeindeversammlung der katholischen Kirche in Kriens hat am 24. September einer neuen Immobilienstrategie zugestimmt. Mit der Zustimmung zur Umwidmung des Begegnungszentrums St. Franziskus «Senti» ins Finanzvermögen macht die Kirchgemeinde den Weg frei, um mit der Stadt Kriens über eine Übergabe als Schulzentrum zu verhandeln, wie es in einer Medienmitteilung der Kirchgemeinde heisst.
Stadt braucht dringend Schulraum
Die Stadt war an die Kirche herangetreten, weil sie aufgrund steigender Kinderzahlen den Schulraum stark ausbauen muss und im «Senti»-Zentrum keine Gottesdienste mehr gefeiert werden, wie Bernhard Waldmüller gegenüber kath.ch erklärt. Er ist seit 2018 Leiter des Pastoralraums Kriens. Grund: «Weil wir das Gottesdienstangebot in Kriens gekürzt haben, und weil die Besuchszahlen in St. Franziskus gering waren», so Waldmüller.
«Wir geben Raum frei, damit Neues entstehen kann.»
Mit einem grossen Mehr stellte sich die Kirchgemeinde hinter diesen Entscheid. «Wir geben Raum frei, damit Neues entstehen kann – für die Bildung in unserer Stadt und für ein kirchliches Zentrum im Gallusheim», sagt Astrid Dittrich, Kirchmeierin der katholischen Kirchgemeinde. Die Übergabe des Zentrums an die Stadt ist für 2027 vorgesehen.
St. Franziskus wurde 1979 gebaut
Das Kirchenzentrum St. Franziskus «Senti» liegt in einem Wohnquartier in Kriens. Es wurde 1979 als offenes Zentrum für Gottesdienste, Begegnungen und Gemeinschaftsveranstaltungen gebaut.
Herzstück der Anlage ist die Kirche und der begrünte Innenhof mit künstlerischer Gestaltung. Diese sind umgeben vom grossen Saal, von Gruppenräumen sowie von einem separaten Wohnhaus. Das schlichte, funktionale Kirchenzentrum nutzen beispielsweise die Seelsorge und die Quartierarbeit.
Bistum muss noch zustimmen
Mit der Abgabe des St. Franziskus-Zentrums an die Stadt – im Baurecht, als Vermietung oder als Verkauf – entstehen neue Möglichkeiten. Für die definitive Zusage ist einerseits noch die Zustimmung des Bistums nötig, andererseits ist die vertragliche Form noch zu klären.
Das Gallusheim in der Mitte von Kriens soll sich künftig zum lebendigen Treffpunkt für Kirche und Gesellschaft entwickeln und als «Begegnungszentrum» kirchliche und soziale Angebote und Leistungen unter einem Dach vereinen. Zu diesem Zweck will die Kirche das Gallusheim runderneuern. «Ein Umbau ist geplant», sagt Waldmüller gegenüber kath.ch. Eine Baukommission prüfe aktuell, welche Lösungen und Möglichkeiten umsetzbar seien.
Bisheriges Angebot integrieren
Das bislang vorhandene Angebot im «Senti»-Zentrum soll dabei in das zentral gelegene Gallusheim integriert werden – etwa der Religionsunterricht, die Lebensmittelabgabe «Krienser Tisch», der Blauring oder ein Chor.
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