Katholische Kirche von Gaza nach dem Angriff
Vatikan

Angriff auf katholische Kirche in Gaza: Papst fordert Waffenruhe und Dialog

Bei einem Angriff auf die Kirche Heilige Familie in Gaza sind am Donnerstag zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Die israelische Armee spricht von einem Versehen. Unterdessen sind Trauer und Empörung gross.

(CIC/KNA) Papst Leo XIV. hat sich tieftraurig über die Toten und Verletzten durch den militärischen Angriff auf die römisch-katholische Kirche in Gaza gezeigt. In einem am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Telegramm rief er zum sofortigen Waffenstillstand auf. Er hoffe auf Dialog, Versöhnung und dauerhaften Frieden für die Region, so Leo XIV.

Die katholische Holy Family Church in Gaza  - am 17. Juli 2025 von einer Granate getroffen
Die katholische Holy Family Church in Gaza - am 17. Juli 2025 von einer Granate getroffen

Zugleich versicherte er der Pfarrei Heilige Familie und ihrem ebenfalls verletzten Gemeindepfarrer Gabriel Romanelli seine geistliche Nähe. Er empfehle die Seelen der Getöteten der Gnade Gottes, bete um Trost für die Trauernden und die Genesung der Verletzten, so der Papst in dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben.

Solidarität von Italiens Bischöfen und Jüdischer Union

Auch die Italienische Bischofskonferenz zeigte sich tief betroffen. In einer am Mittag veröffentlichten Erklärung verurteilten die Bischöfe fortgesetzte Gewalt, Zerstörung und Tod unter der vom monatelangen Krieg schwer getroffenen Bevölkerung des Gazastreifens «aufs Schärfste». An die beteiligten Parteien und die internationale Gemeinschaft appellierten sie, die Waffen zum Schweigen zu bringen und Verhandlungen aufzunehmen, «den einzig möglichen Weg zum Frieden».

Zugleich dankten die Bischöfe der Präsidentin der Union der Jüdischen Gemeinden Italiens, Noemi Di Segni, für ihre Solidaritätsbotschaft. Dieser Dank gelte allen, die in diesen Stunden ihre Unterstützung für die katholische Kirche zeigten.

Untersuchung durch israelische Armee

Bei dem Angriff auf die römisch-katholische Kirche von Gaza am Donnerstagmorgen sind nach Angaben des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem zwei Menschen getötet worden. Demnach wurde das Gelände der Pfarrei von einer Granate getroffen. Mindestens fünf Personen wurden schwer sowie weitere leicht verletzt. In der Pfarrei leben derzeit den Angaben zufolge rund 500 Binnenflüchtlinge.

Die israelische Armee kündigte unterdessen eine Untersuchung an und erklärte ihr Bedauern für entstandene Schäden. Man unternehme «alle zumutbaren Anstrengungen, um Schäden an Zivilisten und zivilen Einrichtungen, einschliesslich religiöser Stätten, zu vermeiden», heisst es in einer Mitteilung von Donnerstag. Auch das israelische Aussenministerium betonte in Sozialen Medien, das Israel «niemals Kirchen oder religiöse Stätten» angreife. Die Umstände des Vorfalls seien «noch unklar».

«Offenkundige Verletzung der Menschenwürde»

Die Hilfsorganisation Caritas Jerusalem forderte unterdessen den Schutz von Gotteshäusern und humanitärer Einrichtungen. «Angriffe auf Zivilisten, die Zuflucht suchen, oder deren Gefährdung stellen eine schwere Verletzung des humanitären Völkerrechts und einen direkten Angriff auf die Menschenwürde dar.» Auch das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem sprach von einer «offenkundigen Verletzung der Menschenwürde» sowie einem «eklatanten Verstoss gegen die Unantastbarkeit des Lebens und die Heiligkeit religiöser Stätten».

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Die Zahl der bestätigten christlichen Todesopfer stieg damit seit Kriegsbeginn auf 56. 34 von ihnen starben an verschiedenen Ursachen, darunter kriegsbedingte medizinische Unterversorgung. Die Gesamtzahl der Christen im Gazastreifen ist seit Oktober 2023 von 1017 auf rund 670 gesunken.


Katholische Kirche von Gaza nach dem Angriff | © Instagram
17. Juli 2025 | 16:00
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