Der Journalist Thomas Philipp Reiter moderiert den Podcast über Bruder Klaus.
Schweiz

Bruder Klaus-Podcast: Journalist will auch Menschen ausserhalb der Schweiz ansprechen

Neu gibt es einen Podcast über Bruder Klaus (1417-1487). Produziert wird er vom belgischen Journalisten Thomas Philipp Reiter im Auftrag des Fördervereins Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss. Das Angebot richtet sich an Menschen, die den Eremiten noch nicht kennen, sich aber für Spiritualität, Religion oder die Schweiz interessieren.

Barbara Ludwig

Niklaus von Flüe, der im 15. Jahrhundert lebte, ist vielen Schweizerinnen und Schweizern ein Begriff, nicht nur Katholiken, die in den Ranft pilgern. Denn der 1947 heiliggesprochene Eremit ist zum Friedens- und Schutzpatron der ganzen Schweiz geworden.

Auch im Ausland bekannt machen

Ein neuer Podcast soll nun ein breiteres Publikum mit Bruder Klaus bekannt machen. Jeder Mensch, der noch nicht von dem Heiligen gehört habe oder noch nicht so viel über seine Hintergründe wisse, sei «potentielle Hörerin oder potentieller Hörer», teilt Thomas Philipp Reiter auf Anfrage von kath.ch mit. «Dies betrifft insbesondere auch Menschen ausserhalb der Schweiz, aber nicht nur.»

Reiter ist deutschsprachiger Journalist und lebt in Belgien. Er produziert das neue Angebot «Bruder Klaus – Der Podcast», dies im Auftrag des in Sachseln OW ansässigen Fördervereins Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss.

Erste Folge mit Bruder-Klausen-Kaplan

Eine erste Folge ist bereits erschienen mit Ernst Fuchs, dem Bruder-Klausen-Kaplan, der den Wallfahrtsort in der Ranftschlucht betreut. Fuchs gebe einen «allgemeinen Überblick über die Positionierung des Bruder Klaus in unserer Gesellschaft und das Geschehen am Wallfahrtsort», heisst es in einem Communiqué des Fördervereins. Alle vier bis sechs Wochen soll eine Folge veröffentlicht werden.

Ernst Fuchs und Bruder Klaus.
Ernst Fuchs und Bruder Klaus.

Zu seinen Gästen sagt Thomas Philipp Reiter: «Jede und jede, die oder der etwas über Bruder Klaus und dessen thematisches Umfeld zu sagen hat, ist potentieller Gast.» Da das Gespräch jedoch stets in deutscher Sprache stattfinde, schränke sich der Teilnehmerkreis etwas ein.

«Auf keinen Fall langweilen»

Der Journalist will «auf gleichermassen unterhaltsame wie informative Weise über Bruder Klaus ins Gespräch kommen». Dabei könne und werde sich ein Schwerpunkt entwickeln, der entweder theologisch, politisch, touristisch oder gesellschaftlich sein kann. Wichtigstes Kriterium sei dabei stets, «auf keinen Fall zu langweilen». Nur so könne es gelingen, einen «breiten Interessentenkreis anzusprechen, der über ein Fachpublikum weit hinausreichen soll», zeigt sich Thomas Philipp Reiter überzeugt.

Reiter lebt und arbeitet in Brüssel. Da fragt es sich, wie gut er die einstige Wirkungsstätte des Eremiten schon kennt. Er sei schon öfter nach Sachseln und in den Ranft gereist, wo er sich als Pilger mit Bruder Klaus und dessen Ehefrau Dorothee Wyss befasst habe.

Grosse Sympathie für Schweiz

Dabei habe er Ernst Fuchs kennengelernt und gemeinsam mit ihm die Idee eines Podcasts über den Mystiker entwickelt, berichtet Reiter. Fuchs habe damals bereits seinen Podcast «Glaubst du das wirklich?» gekannt, der sich jeden Freitag mit Alltagsbegebenheiten aus dem Blickwinkel des Glaubens befasse.

Die untere (links) und die obere Ranft-Kapelle.
Die untere (links) und die obere Ranft-Kapelle.

Als Belgier könne er sehr unbefangen auf schweizerische Themen zugehen. Gleichwohl sei er nicht völlig neutral, denn er hege eine grosse Sympathie für die Schweiz und die Schweizer, deren Städte und deren Berge.

Parallelen zum Leben von Bruder Klaus

Doch das Interesse des Belgiers für Bruder Klaus hat auch eine sehr persönliche Dimension: Niklaus von Flüe und gerade auch die besondere Beziehung zu seiner Frau Dorothee Wyss spreche unmittelbar Aspekte seines eigenen Lebens an, bekennt der Journalist.

Bruder Klaus verliess bekanntlich Familie und Ehefrau, um als Eremit in der Ranftschlucht zu leben. «Auch ich habe nach einem Bekehrungserlebnis einen radikalen Wandel in meinem beruflichen und privaten Leben vollzogen, in dem ich mich früher viel mit politischer Kommunikation in Belgien und Deutschland befasst habe», schreibt Reiter.

Starke Frau und Mutter: Dorothee Wyss – mit Niklaus von Flüe. Statue von Hugo Imfeld, Stalden.
Starke Frau und Mutter: Dorothee Wyss – mit Niklaus von Flüe. Statue von Hugo Imfeld, Stalden.

Auch er habe «ein klassisches Familienleben zurückgelassen», um zum Beispiel mit seinem Medienapostolat dem Ruf Gottes zu folgen. Auch er habe das grosse Glück, dabei auf eine verständnisvolle Ex-Frau und Kinder setzen zu können, «die mir trotzdem oder gerade deshalb sehr nahe stehen».

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Der neue Podcast sei eine logische Weiterentwicklung, so Reiter: für den Wallfahrtsort als moderner und völlig neuer Kanal, um weltweit Menschen anzusprechen – «und für mich als Zugang zu einem Heiligen, der in mancherlei Hinsicht für mich zu einer Art Leitfigur geworden ist».


Der Journalist Thomas Philipp Reiter moderiert den Podcast über Bruder Klaus. | © zVg
9. Juni 2025 | 17:00
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