Aufbau des Jubla-Pfingstlagers "Jublasurium" in Wettingen AG.
Schweiz

Wo sich der Glaube im nationalen Jubla-Pfingstlager versteckt

Ab Samstag treffen sich 6200 Kinder und Jugendliche in Wettingen AG zum nationalen Jubla-Pfingstlager – dem «Jublasurium». Sport, kreative Aktivitäten, Tanz, Konzerte: Das Programm ist vielfältig. Dass der Glaube darin seinen Platz hat, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Barbara Ludwig

Zurzeit laufen die letzten Aufbauarbeiten für das nationale Pfingstlager von Jungwacht Blauring Schweiz in Wettingen AG, das am Samstag startet und bis Montagmittag dauert. Der katholische Kinder- und Jugendverband hat ein vielfältiges Programm für die 6200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammengestellt, die von 3800 Leitenden betreut werden.

Sport und Insektenwelt

Einen wichtigen Teil bilden der Lagersport beziehungsweise die sportlichen Aktivitäten, die jeden Tag stattfinden, auch am Sonntagvormittag. Daneben gibt es Konzerte, an zwei Abenden einen Jugendtreff, für die Kleinen eine Gutenacht-Geschichte am Samstagabend.

Laut den Organisatoren wird Nachhaltigkeit im Zeltlager grossgeschrieben. In diesem Zusammenhang steht auch das Motto fürs nationale Jubla-Pfingstlager, nämlich die Welt der fürs Ökosystem wichtigen Insekten, in die die Kinder und Jugendlichen eintauchen sollen. Doch spielt auch der christliche Glaube eine Rolle bei dem Grossevent des katholischen Verbands, dessen lokale Scharen mit den Pfarreien verbunden sind?

Kein grosser Gottesdienst für alle

Ein erster Blick ins Programm zeigt: Am Sonntagvormittag steht kein grosser Gottesdienst für alle Teilnehmenden auf dem Programm. Carole Imboden ist Bundespräses und Fachverantwortliche Glauben und Kirche von Jubla Schweiz und erklärt auf Anfrage von kath.ch, warum das so ist. «Wir haben in dem dreitägigen Lager ein sehr volles Programm. Darum haben wir uns entschieden, keinen grossen Gottesdienst für alle zu gestalten.»

Carol Imboden, Bundespräses Jubla Schweiz.
Carol Imboden, Bundespräses Jubla Schweiz.

Wäre eine Reduktion des Programms eine Option gewesen, um Platz zu machen für einen grossen Gottesdienst? Nein, lautet die Antwort. «Das Programm soll eine Vielfalt von sportlichen und anderen Lageraktivitäten abbilden, was auch den Vorgaben von ‹Jugend und Sport› entspricht», so Imboden. Gemeint ist das Sportförderungsprogramm des Bundes für Kinder und Jugendliche, denn beim Jublasurium handelt es sich um ein «Jugend- und Sport-Lager».

Zwei Gottesdienste als Ateliers

Stattdessen biete man zwei Gottesdienste am Sonntagnachmittag in den Ateliers an, wo die Kinder und Jugendlichen auf freiwilliger Basis mitfeiern können. «Wir sind der Meinung, dass das ein sehr guter Entscheid ist», sagt Imboden. Tatsächlich findet sich unter den all den kreativen und spielerischen Ateliers der Gottesdienst bei Atelier Nummer 41 – insgesamt können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter 57 Ateliers auswählen.

Jugendliche stellen Zelte fürs nationale Pfingstlager von Jubla Schweiz in Wettingen AG auf.
Jugendliche stellen Zelte fürs nationale Pfingstlager von Jubla Schweiz in Wettingen AG auf.

Konkret sind es eine Eucharistiefeier und ein «offen gestalteter Gottesdienst». Carole Imboden hat die Gottesdienste vorbereitet und wird der Eucharistiefeier zusammen mit Joseph Kalamba Mutanga, dem leitenden Priester der Seelsorgeeinheit Wettingen Würenlos, vorstehen. Den anderen Gottesdienst leitet und gestaltet sie gemeinsam mit einigen Jubla-Kantonal-Präses.

«Glauben leben» im alltäglichen Handeln

Generell sollen die Kinder und Jugendlichen im Pfingstlager «einzigartige Gemeinschaftserlebnisse» erfahren, Freundschaft, Akzeptanz und einen respektvollen Umgang mit der Natur erleben, erklärt Imboden. «Dadurch setzen wir den Jubla-Grundsatz ‹Glauben leben› im alltäglichen Handeln um.»

Daneben gebe es freiwillige Programmpunkte, an denen Teilnehmende auf spielerische Art und Weise angeregt würden, über Spiritualität und die grossen Fragen des Lebens nachzudenken. Dazu zählen laut Imboden die beiden Gottesdienste, die Gutenachtgeschichten, die am Abend erzählt werden, oder das Atelier zum Grundsatz «Glauben leben».

«Verwandlungsparcours»

Dort werde ein «Verwandlungsparcours» durchgeführt, sagt Imboden. Die Teilnehmenden werden sich mit unterschiedlichen Themen und mit Werten wie Respekt, Rücksichtnahme und Solidarität auseinandersetzen. «Wie das genau geschieht, ist aber noch eine Überraschung.»

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Aufbau des Jubla-Pfingstlagers «Jublasurium» in Wettingen AG. | © Tim Rothenbühler/zVg
6. Juni 2025 | 17:00
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