Kroatien: Bischöfe planen nationales kirchliches Strafgericht

In der katholischen Kirche in Kroatien soll es künftig auch ein nationales kirchliches Strafgericht für Missbrauchsfälle geben. Es werde für jene Fälle der kirchlichen Strafjustiz zuständig sein, die bisher die drei Gerichte in Zagreb, Split und Djakovo behandeln, teilte die Kroatische Bischofskonferenz mit. Man wolle damit vom Vatikan vorgeschlagenen Regeln und Normen folgen.

Der zuständige Bischof innerhalb der Bischofskonferenz, Mijo Gorski, sagte laut der kroatischen katholischen Nachrichtenagentur IKA jüngst, das interbischöfliche Strafgericht werde Fälle im Bereich des kanonischen Kirchenrechts behandeln, die nicht der zivilen Justiz unterliegen. Das Gericht soll Ortsbischöfe laut Gorski etwa auch bei Entscheidungen über das weitere Schicksal verurteilter Priester nach einer Strafverbüßung unterstützen.

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In Frankreich ist bereits seit Jahreswechsel 2022/23 ein landesweiter kirchlicher Strafgerichtshof eingerichtet, der die zuvor bestehende kirchenrechtliche Zuständigkeit einzelner Diözesangerichten auf einer nationalen Ebene übernommen hat. Auch in der Schweiz befindet sich ein solches nationales Strafgericht auf der Zielgeraden.

Missbrauchsvorwürfe gegen Priester

Während die Bischöfe in Zagreb tagten, wurden Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester in der Diözese Bjelovar-Krizevci publik. Zeugen werfen dem Geistlichen laut Medienberichten den Missbrauch Minderjähriger in einer Roma-Siedlung vor. Zuvor soll der Priester selbst Anzeige wegen eines Raubüberfalls erstattet haben, bei dem ihm persönlichen Gegenstände und Geld entwendet worden seien.

Wallfahrt der Fahrenden nach Rom, 2015
Wallfahrt der Fahrenden nach Rom, 2015

Die zuständige Diözese teilte laut IKA mit, man habe im Vorfeld der Festnahme des Priesters keinerlei Kenntnisse zu dem Fall gehabt. Die Diözese betonte, dass sie mit der Justiz zusammenarbeite. (kap)


Zagreb – mit Kathedrale | © Pixabay/mtomicphotography, Inhaltslizenz
12. Mai 2025 | 09:00
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