Dina El Omari ist Preisträgerin des Herbert Haag-Preises 2025.
Schweiz

Geschlechtergerechter Koran, Bibel als Lebenspotenzial und interreligiöser Dialog

Die Herbert Haag-Stiftung hat ihre Preisträgerinnen und Preisträger für 2025 bekanntgegeben: Es handelt sich um eine Islamwissenschaftlerin, um einen jüdischen Experten für interreligiösen Dialog und um eine Professorin für katholische Religion.

Wolfgang Holz

Die renommierte Herbert-Haag-Stiftung in Luzern steht im Dienst eines aufgeschlossenen und ökumenisch gesinnten katholischen Glaubens. Jedes Jahr zeichnet sie Personen und Institutionen aus, die sich durch Meinungsäusserung und mutiges Handeln positioniert haben.

Odilo Noti
Odilo Noti

Drei Preise

Jüngst hat die Stiftung, deren Präsident Odilo Noti ist, ihre Preisträgerinnnen und Preisträger für das neue Jahr bekanntgegeben. Kommenden April werden drei Preise verliehen.

Die erste Preisträgerin ist Dina El Omari. Sie ist promovierte und habilitierte Islamwissenschaftlerin sowie Professorin für interkulturelle Religionspädagogik am Zentrum für Islamische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie ist auch als Autorin in Zeitungen und Zeitschriften wie der «Welt am Sonntag» oder der «Herder Korrespondenz» präsent und unter anderem Mitglied des Gesprächskreises «Christlich- islamischer Dialog» des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Geschlechtergerechte Religionspädagogik

Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind unter anderem die interkulturelle und interreligiöse Forschung sowie der Koran und die Koranexegese. Insbesondere hält sie die Etablierung einer Religionspädagogik, die auf Geschlechtergerechtigkeit basiert, für unabdingbar. Dina El Omari ist überzeugt: «Der islamische Religionsunterricht ist meines Erachtens sehr wichtig, weil auch damit Mädchen direkte Ansprechpartner haben.»

Michel Bollag
Michel Bollag

Beim zweiten Preisträger handelt es sich um Michel Bollag. Er wuchs in Genf auf. Nach der Matura zog er nach Israel, wo er eine Jeschiwa, eine Talmudschule mit national-orthodoxer Ausrichtung, besuchte. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz studierte er Pädagogik und übernahm in den 1990er Jahren als Rabbinatsassistent die Leitung der Religionsschule der Israelischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ). Er ist Mitbegründer des Zürcher Lehrhauses und heutigen Zürcher Instituts für Interreligiösen Dialog (ZIID).

Wenn Christen die Thora auslegen

Am Zürcher Lehrhaus brachte er als Co-Leiter und Fachverantwortlicher Judentum zusammen mit dem reformierten Pfarrer Martin Kunz Christinnen und Christen Althebräisch und Thora-Auslegungen bei. Bollag betont, dass der interreligiöse Dialog kein Sonntagsspaziergang sei, denn im interreligiösen Dialog würden alle Beteiligten erfahren, dass jede Religion neben ihren Sonnenseiten auch über Schattenseiten verfüge.

Edith Petschnigg
Edith Petschnigg

Die Dritte im Bunde ist die Österreicherin Edith Petschnigg. Sie ist als Hochschullehrerin tätig – in Wien, Graz und Linz. An der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum in Graz ist sie Professorin für Katholische Religion. An der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems arbeitete sie zuvor als Professorin im Fachbereich Bibelwissenschaft. Ausserdem war sie für die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften auf der Primar- und Sekundarstufe zuständig; ab 2016 arbeitete sie dort auch im Forschungsbereich «Interreligiosität» mit.

«Lebenskompetenzen stärkendes Potenzial der Bibel»

Petschnigg, die Ausbildungen im Bereich der Lebens- und Sozialberatung absolvierte, lässt sich bei ihrer Arbeit von Aspekten der Persönlichkeitsbildung und der Resilienz leiten: «Das Lebenskompetenzen stärkende Potenzial der Bibel zugänglich zu machen ist meines Erachtens ein wesentlicher Aspekt gelingender Bibeldidaktik.»

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Die Preisverleihung der Herbert Haag-Stiftung findet am Sonntag, 6. April 2025, von 15.30 bis 17 Uhr in der Lukaskirche, Morgartenstrasse 16, in Luzern statt.


Dina El Omari ist Preisträgerin des Herbert Haag-Preises 2025. | © www.uni-muenster.de
11. Dezember 2024 | 12:00
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