Tessiner Regionalzeitung: Opfer meldete sich bereits bei Bischof Lazzeri
Die Zeitung «La Regione» hat aufgedeckt, dass Bischof Valerio Lazzeri bereits 2021 von mutmasslichen sexuellen Übergriffen des inzwischen inhaftierten Priesters wusste. Das Bistum Lugano äussert Bedauern.
In der Tessiner Tageszeitung «La Regione» war am Mittwoch zu lesen, dass die mutmassliche sexuelle Belästigung, die den nun inhaftierten Tessiner Priester vorgeworfen wird, dem damaligen Bischof von Lugano Valerio Lazzeri bereits 2021 bekannt war. Dabei beruft sich «La Regione» auf eigene Quellen.
Frühere Meldung an Bischof Lazzeri
Demnach habe der junge Mann, der den Priester D.L.* im Februar 2024 beim apostolischen Administrator Bischof Alain de Raemy meldete und später Anzeige erstattete, den damaligen Bischof Valerio Lazzeri bereits im Jahr 2021 über das unangemessene Verhalten des Priesters informiert.
Gegen den Priester läuft eine Untersuchung wegen sexueller Nötigung, Pornografie und sexuellen Handlungen mit Kindern und mit Personen, die nicht urteilsfähig sind oder sich nicht wehren können. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Das Bistum Lugano erhielt aufgrund dieses Zeitungsberichts einige Anfragen um Klarstellung, wie es in einer aktuellen Mitteilung der Bistumsleitung heisst. Darin beteuert die Bistumsleitung zwar, dass die Angelegenheit sie «zutiefst betrübe».
Erklärungen «nicht möglich»
Jedoch schreibt sie dann: «Wie bereits mitgeteilt, ist es der Diözesankurie oder dem emeritierten Bischof Valerio Lazzeri angesichts der laufenden Ermittlungen nicht möglich, irgendwelche Erklärungen abzugeben.»
Und sie verweist auf die laufende Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft. «Wir sind von Anfang an zuversichtlich, dass die Arbeit der Justiz die notwendigen Elemente zur Klärung der gesamten Angelegenheit (…), bringen wird. Die Diözese steht im Übrigen den Behörden für jegliche Klärung zur Verfügung.» (catt.ch/Adap. rp)
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