Liechtenstein: Wie geht es weiter im Erzbistum?
In der Sonntagsausgabe der «Liechtensteiner Woche» äussern sich vier Politikerinnen und Politiker unterschiedlicher Parteien zur Zukunft des Erzbistums Vaduz. Die Aussagen reichen von «das Erzbistum muss transparenter kommunizieren» bis «es muss gar nichts».
Sarah Stutte
Unter der Rubrik «Frage der Woche» stellte die «Liechtensteiner Woche» die folgende: «Muss das Erzbistum transparenter kommunizieren?» Die Antworten von vier Politikerinnen und Politikern fielen darauf unterschiedlich aus.
Ausgangspunkt für die Umfrage ist der Umstand, dass Erzbischof Wolfgang Haas im nächsten Jahr 75 Jahre alt wird und dem Papst damit seinen Rücktritt anbieten muss. Unklar ist, wer sein Nachfolger werden könnte.
Das Erzbistum schweigt
Ob das Erzbistum Vaduz überhaupt bestehen bleibt, ist ebenso wenig gesichert. Da in Liechtenstein Kirche und Staat nicht getrennt sind, betrifft diese Thematik nicht nur die Katholikinnen und Katholiken, sondern alle Steuerzahlenden des Landes. Doch das Erzbistum schweigt sich zur Zukunft der katholischen Kirche in Liechtenstein bisher aus.
Das findet Georg Kaufmann, Landtagsabgeordneter der Freien Liste, nicht in Ordnung. «Die Bevölkerung erwarte klare Informationen statt nebulöser Andeutungen», sagt er in seinem Statement.
Er wünsche sich eine selbstbewusstere Haltung der Regierung, was die Zukunft der katholischen Kirche betreffe. «Eine entsprechend transparente Kommunikation böte zudem die Chance, den seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen konservativen und fortschrittlichen Kräften lösungsorientiert anzugehen.»
Kirche steht für Gemeinschaft
Elke Kindle, stellvertretende Landtagsabgeordnete der Fortschrittlichen Bürgerpartei, beantwortet die Frage mit einem klaren Ja. «Für mich steht Kirche für die Gemeinschaft von Gläubigen und von Menschen, die Halt suchen», meint sie. Es gehe darum, «dass viele Menschen in unserem Land sich für die katholische Kirche interessieren und es ihnen ein echtes Bedürfnis ist, zu wissen, wie die Zukunft der Landeskirche aussieht».
Thomas Rehak, Landtagsabgeordneter der Demokraten pro Liechtenstein, findet dagegen die Frage nicht wesentlich. «Im Grunde genommen geht es um die Trennung von Kirche und Staat. Die Entscheidungen liegen aber beim Apostolischen Stuhl, nicht beim Erzbistum», meint er.
Eine angestrebte Trennung hält er ohnehin für einen Fehler. Die Gestaltung eines Staats sollte nach christlichen Grundwerten erfolgen.
Kirche muss gar nichts
Michael Winkler, Generalsekretär der Vaterländischen Union, ist der Meinung, dass die Kirche in Sachen Kommunikation «de facto gar nichts muss». Die katholische Kirche sei schliesslich keine urdemokratische Institution und könne so auch in Sachen Transparenz ihre eigenen Massstäbe setzen.
«Dieses Spannungsverhältnis müssen die Gläubigen mit ihrer Kirche selbst ausmachen.» Was der Staat aber könne und müsse, sei seine Beziehungen mit der Kirche zu regeln.
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