Rita Famos und Weihbischof Matthäus Karrer
Zitat

Weihbischof Matthäus Karrer: Der katholischen Kirche steht das Wasser bis zur Kinnlade

«Es geht darum, die Arche zu bauen und die gleiche Hoffnung zu entwickeln, die auch Noah hatte. Das eine sind strukturelle Reformen und Veränderungen, damit die Macht-Problematik in der katholischen Kirche nicht mehr Überhand gewinnt.

Das andere ist, den Kern zu finden, der die Menschen motiviert und der den Glauben trägt. Das sind für mich keine Widersprüche, sondern die müssen miteinander auskommen. 

Letztes Wochenende war ich auf der Vollversammlung des Synodalen Wegs in Deutschland. In Frankfurt sind die ganzen Spannungen sichtbar geworden, die wir haben. 

Auf der einen Seite fallen uns Reformen im Bereich der Sexualmoral schwer. Auf der anderen Seite gab’s auch Positives, wenn es darum geht, die Stellung der Frau in der katholischen Kirche fundamental neu zu betrachten und die Einladung von Franziskus anzunehmen, einen Synodalen Weg zu gehen. 

Das ist für mich persönlich ein Hoffnungszeichen, auch wenn das Wasser schon bis zur Kinnlade steht.

Ich glaube nicht, wir müssen die Kirche retten, sondern wir sind in Gottes Hand. Aber wir müssen mitarbeiten und wir sind gefordert, Schritte zu gehen.»

Domherr Urs Elsener, Weihbischof Matthäus Karrer am Bodenseekirchentag in Schaffhausen.
Domherr Urs Elsener, Weihbischof Matthäus Karrer am Bodenseekirchentag in Schaffhausen.

Matthäus Karrer (54) ist Weihbischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einem Schweizer Nachbarbistum. Karrer war am Sonntag zu Gast beim Ökumenischen Bodensee-Kirchentag in Schaffhausen. Das Thema des Kirchentags lautet: «Nach uns die Sintflut? Marktplatz der Hoffnung.»

Karrer antwortete auf die Frage der Pfarrerin Christine Stark, ob «Nach uns die Sintflut» zum Zustand der katholischen Kirche passe. (rr) 


Rita Famos und Weihbischof Matthäus Karrer | © Raphael Rauch
18. September 2022 | 14:08
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