So könnte der Innenhof der neuen Kaserne aussehen.
Vatikan

Schweizergarde und Vatikan kooperieren bei Kasernen-Neubau

Der Vatikan und die Päpstliche Schweizergarde bringen ihre Kooperation beim Neubau der Kaserne zu Papier. Am kommenden Mittwoch unterzeichneten die beiden eine Zusammenarbeitsvereinbarung, heisst es seitens der Garde.

Am 4. Mai werde eine Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen dem Staatssekretariat des Heiligen Stuhles und der «Stiftung für die Renovierung der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan» unterzeichnet, teilte die Schweizergarde am Samstag mit. Die Unterzeichnung kann als Auftakt der Feierlichkeiten zur Vereidigung neuer Gardisten am 5. und 6. Mai gesehen werden.

Heiliges Jahr 2025 verzögert Baubeginn

Ursprünglich sollte mit dem Neubau 2023 begonnen werden. Die Fertigstellung war für 2027 angedacht. Ein ideales Einweihungsdatum wäre der 6. Mai 2027, der 500. Jahrestag der Plünderung Roms, gewesen. Damals verteidigten 189 Schweizergardisten Papst Clemens VII. (1523-1534) gegen ein übermächtiges Heer aus Landsknechten und Söldnern. 147 Gardisten fielen im Kampf, 42 gelang die Flucht.

Da jedoch 2025 ein Heiliges Jahr ist und viele Pilger in Rom erwartet werden, darf mit den Bauarbeiten frühestens 2026 angefangen werden.

Vatikanstaat zahlt für Zwischenquartier

Der veranschlagte Kostenrahmen liegt bei 50 Millionen Franken (etwa 48,7 Millionen Euro). Die Kosten für ein Zwischenquartier, etwa fünf Millionen Franken, sowie Verwaltungs- und andere Kosten der Bauorganisation übernimmt laut Stiftung der Vatikanstaat.

Der Rest wird über Spenden von Privatpersonen und Stiftungen finanziert, sowie über öffentliche Gelder. Hier gibt es jedoch im Kanton Luzern Widerstand. Per Referendum im Herbst soll daher über den Beitrag des Kantons abgestimmt werden.

Feuchtigkeit und Platzmangel

Das Projekt der Renovierung der Gardekaserne umfasst drei Kasernengebäude aus dem 19. Jahrhundert. Die Gebäude sind schlecht isoliert, haben Feuchtigkeitsprobleme. Darüber hinaus wurde die Garde in den vergangenen Jahren deutlich personell aufgestockt. Somit gibt es auch ein Platzproblem.

Nachhaltiges Bauen

Das Schweizer Architekturbüro Durisch+Nolli plant den Bau der neuen, grösseren Kaserne möglichst nachhaltig. So ist etwa vorgesehen, Material des abzureissenden Altbaus wiederzuverwenden, etwa zermahlen als Bestandteil für Zement. Der Neubau soll bis zu 60 Prozent mehr Fläche bieten, aber 55 Prozent weniger Energie verbrauchen. (cic)

So könnte der Innenhof der neuen Kaserne aussehen. | © Architekturbüro Durisch & Nolli, Lugano
30. April 2022 | 15:31
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