Kardinal Tagle neuer Präsident von Caritas Internationalis

Rom, 15.5.15 (kath.ch) Kardinal Luis Antonio Tagle (57), Erzbischof von Manila, ist neuer Präsident von Caritas Internationalis. Die 20. Generalversammlung des Dachverbandes von 165 nationalen Caritasverbänden und anderen katholischen Wohlfahrtsorganisationen wählte Tagle am Donnerstagabend in Rom zum Nachfolger von Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga (72).

Als Vertreter von Caritas Schweiz nehmen Präsidentin Mariangela Wallimann-Bornatico und Direktor Hugo Fasel an der Generalversammlung in Rom Teil.

Tagle ist der erste Präsident aus Asien seit der Gründung von Caritas Internationalis im Jahr 1951. Er setzte sich unter den Delegierten von mehr 130 Mitgliedsorganisationen gegen den maronitischen Erzbischof von Zypern, Youssef Soueif (52), durch. Die erforderliche Bestätigung Tagles durch den Vatikan gilt als Formsache. Er wolle seine Wahl «im Namen aller Armen in der Welt annehmen», sagte Tagle. «Lasst uns zusammen eine Kirche der Armen stärken».

Tagle ist seit 2011 Erzbischof der philippinischen Hauptstadt und einer der international bekanntesten Kardinäle Asiens. Im Januar war er während der Philippinen-Reise von Franziskus Gastgeber des Papstes. Der Präsident von Caritas Internationalis hat vor allem repräsentative Aufgaben. Er ist internationales Sprachrohr der Caritasverbände. Nach zwei Amtsperioden von je vier Jahren stand Kardinal Maradiaga nach den Statuten nicht mehr für eine Wiederwahl als Präsident zur Verfügung.

Nachfolger für Jürg Krummenacher

Neuer Schatzmeister von Caritas Internationalis ist der Generalsekretär des Caritasverbandes Wien, Alexander Bodmann. Er folgt in dieser Funktion auf den Schweizer Jürg Krummenacher. Als Generalsekretär wurde Michael Roy bestätigt. Im 1951 gegründeten Dachverband «Caritas Internationalis» sind heute 165 eigenständige nationale Caritas-Verbände und katholische Wohlfahrtsorganisationen zusammengeschlossen.

Aufgabe von Caritas Internationalis ist vor allem die Koordinierung von Hilfsaktionen und Entwicklungsprogrammen auf weltkirchlicher Ebene. Der Vatikan hat in dem Dachverband weitgehende Mitspracherechte und muss die gewählte Leitung bestätigen. Das eigene Budget ist vergleichsweise gering und liegt bei etwa vier Millionen Euro. (cic)

 

 

15. Mai 2015 | 15:23
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