US-amerikanischer Bischof tritt nach Missbrauchsskandal zurück
Rom, 21.4.15 (kath.ch) Ein wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch verurteilter US-amerikanischer Bischof hat sein Amt vorzeitig niedergelegt. Wie der Vatikan am Dienstag, 21. April, mitteilte, nahm Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Kansas City-Saint Joseph, Robert Finn (62), an. Einen konkreten Grund für diesen Schritt nannte der Vatikan wie üblich nicht.
Die Mitteilung verwies lediglich auf eine Vorschrift des katholischen Kirchenrechts. Danach wird ein Diözesanbischof der wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem «anderen schwerwiegenden Grund» seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausführen kann, «nachdrücklich gebeten», seinen Rücktritt einzureichen.
Finn war im September 2012 von einem US-Gericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Es befand ihn für schuldig, den sexuellen Missbrauch eines Priesters aus seinem Bistum nicht angezeigt zu haben. Im Herbst 2014 leitete der Vatikan eine Untersuchung in Finns Bistum ein. Das Ergebnis blieb vertraulich. Der Präsident der Päpstlichen Kinderschutzkommission, Bostons Kardinal Sean Patrick O’Malley, hatte zuletzt eine strengere kirchenrechtliche Ahndung von Vertuschung sexuellen Missbrauchs gefordert.
Erster ranghoher katholischer Geistlicher in Missbrauchsfall vor US-Gericht
Es war das erste Mal, dass ein ranghoher katholischer Geistlicher sich in einem Missbrauchsfall innerhalb der Kirche vor einem US-amerikanischen Gericht verantworten musste. Nach dem Urteil forderten Opfervertreter und zahlreiche katholische Laien einen Rücktritt oder eine Amtsenthebung Finns. (cic)
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