Philippinischer Bischof sucht europäische Hilfe gegen Korruption

Bern, 5.10.11 (Kipa) Die physische Präsenz eines europäischen Bischofs stärkt uns im Kampf gegen Korruption und Ungerechtigkeit, sagt Bischof Rolando Joven Tria Tirona aus den Philippinen. In seiner Territorialprälatur Infanta kämpft die Kirche gegen eine Sonderwirtschaftszone, die den Bauern, Fischern und Indigenen die Lebensgrundlage nimmt. Der Basler Bischof Felix Gmür hat gegenüber der Presseagentur Kipa eine Solidaritätsreise nach Infanta angekündigt.

Die geplanten Investitionen für die Sonderwirtschaftszone «Apeco» seien immens. Entsprechend bemühten sich die Träger des Projekts, dieses voran zu treiben. Die Bauern würden gezwungen, ihren Besitz zu verkaufen, erklärte Bischof Tirona, der auf Einladung des Fastenopfers in der Schweiz weilt, gegenüber der Presseagentur Kipa.

Die neue Wirtschaftszone biete den Bauern kaum ein Auskommen, denn die Arbeiter würden von auswärts geholt. Die philippinische katholische Kirche sei der Überzeugung, Entwicklung soll der Allgemeinheit dienen und nicht einer einzelnen einflussreichen Familie, im konkreten Fall der einflussreichen Familie Angara.

Die Investoren würden durch Gesetze geschützt, weil die Politiker entsprechende Änderungsanträge durchgebracht haben. Es gebe keine Rekursmöglichkeiten, «weil die Gesetze selber gesetzeswidrig sind und auch das, was in diesen Gebieten geschieht». Die Kirche sei die einzige verbleibende Macht in der Provinz, die nicht vom «Clan Angara» unterwandert sei.

Den Betroffenen stehen die Kirchenleute mit Rat und Tat bei. Die Menschen seien über ihre Rechte nicht informiert. «Wir geben ihnen Tipps, wo sie Hilfe und Rat holen können. Es gibt viele solcher Organisationen, die uns helfen, wie das Fastenopfer».

Was die Kirche in Aurora benötigt, sei nicht Geld. «Wir brauchen Unterstützung in unserem Kampf gegen die Korruption.» Bischof Tirona wünscht sich, dass europäische Bischöfe gemeinsam mit ihm durch die Dörfer gehen. «Das würde uns in unserem Kampf ungemein stärken.» Der Basler Bischof Felix Gmür wird im kommenden Februar eine Solidaritätsreise auf die Philippinen unternehmen, wie er der Presseagentur Kipa ausrichten liess.

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(kipa/gs/am)

5. Oktober 2011 | 16:14
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