Jüdischer Kalligraph beim Schreiben von heiligen Texten | © 2015  Peter Käser
Schweiz
Jüdischer Kalligraph beim Schreiben von heiligen Texten | © 2015 Peter Käser

Zürcher Lehrhaus wird zum «Zürcher Institut für interreligiösen Dialog»

Zürich, 1.7.15 (kath.ch) Die «Stiftung Zürcher Lehrhaus» ändert per 1. Januar 2016 ihren Namen. Als «Zürcher Institut für interreligiösen Dialog» (ZIID) werde die Ausrichtung des Bildungshauses besser sichtbar als im jüdischen Begriff «Lehrhaus», erklärte Hanspeter Ernst, Geschäftsleiter des Zürcher Lehrhauses, auf Anfrage von kath.ch. Das Lehrhaus bietet seit dem Einbezug des Islam in den Stiftungszweck im Jahre 2007 auch regelmässig Kurse und Tagungen zu muslimischen Themen an.

Sylvia Stam

Anlass für den Namenswechsel ist das 20-jährige Jubiläum, welches das «Zürcher Lehrhaus» vom 30. Oktober bis 1. November dieses Jahres feiert. Gegründet wurde es laut Ernst «als Ort, wo Juden und Christen gemeinsam lernen können». Obschon der jüdische Begriff «Lehrhaus» den Dialog mit anderen Religionen durchaus impliziere, habe der Name zunehmend Anlass zu langen Erklärungen gegeben, so Ernst, weshalb man sich zum Namenswechsel entschieden habe.

Dabei sei man sich bewusst, dass man «auf diesem Gebiet nicht allein tätig sein kann». Daher habe das «Zürcher Institut für interreligiösen Dialog» im Sinn, die bereits bestehende Zusammenarbeit mit der katholischen und reformierten Kirche und mit anderen Institutionen fortzuführen und zu intensivieren, etwa mit dem Forum der Religionen Zürich, mit Iras Cotis, mit der christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft, der Föderation islamischer Organisationen Zürich, aber auch mit der Volkshochschule. Denn auch wenn es kein grosser Kreis sei, der sich für interreligiöse Themen interessiere, so «entscheidet sich letztlich doch alles am Dialog», ist Ernst überzeugt.

Baustopp Paulusakademie betrifft auch Zürcher Lehrhaus

Anlässlich des Jubiläums hätte die Bildungsinstitution auch von der Limmattal- an die Pfingstweidstrasse in den Zürcher Kulturpark ziehen wollen, in welchen auch die Paulus-Akademie der Katholischen Kirche im Kanton Zürich einziehen will. Dieser Umzug sei nun aber wegen dem über die Paulusakademie verhängten Baustopp gefährdet, sagte Ernst gegenüber kath.ch. Zwar befänden sich die Räume für das Zürcher Lehrhaus in einem anderen Gebäude des Kulturparks und seien somit vom Baustopp nicht betroffen, man wäre aber auf die Schulungsräume der Paulusakademie angewiesen, so Ernst gegenüber kath.ch.

Vorderhand habe die Hamasilstiftung, die Initiantin des Kulturparks, dem Lehrhaus einen Mietaufschub bis September gewährt. Die beiden Bürogebäude werden vom Kulturpark-Initianten Martin Seiz und der Hamasil-Stiftung geplant und gebaut. Ernst hofft, dass es nicht zu einem Prozess zwischen der Katholischen Kirche im Kanton Zürich und Martin Seiz kommen wird, weil er dadurch eine mehrjährige Verzögerung der Fertigstellung des Gebäudes befürchtet.

Festival der Religionen

Das Zürcher Lehrhaus versteht sich als Ort, «an dem sich Menschen verschiedenster Herkunft mit jüdischer, christlicher und islamischer Kultur, Religion, Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen», wie es auf der Homepage heisst. Die Bildungsinstitution veranstaltet Kurse, Tagungen und Exkursionen.

Zum Jubiläum wird das Zürcher Lehrhaus vom 30. Oktober bis 1. November ein «Festival der Religionen» durchführen, an dem in Zürich ansässige buddhistische, christliche, hinduistische, jüdische und muslimische Gemeinschaften beteiligt sein werden. (sys)

Informationen zum Festival der Religionen.

 

 

 

 

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