Lutherdenkmal in Wittenberg
International

Zu Weltausstellung Reformation eine halbe Million Gäste erwartet

Wittenberg, 7.3.17 (kath.ch) Rund eine halben Million Besucher werden ab 20. Mai zur Wittenberger «Weltausstellung Reformation» erwartet. Mit 2000 Einzelveranstaltungen wird sie der grösste Anlass im Gedenkjahr zu 500 Jahren Reformation, wie der Verein «Reformationsjubiläum 2017» am Dienstag in der Lutherstadt ankündigte.

Eröffnet wird das Programm unter dem Titel «Tore der Freiheit» vom neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. «Unsere Vision ist es, in Lutherstadt Wittenberg die Herausforderungen für Kirche und Welt 16 Wochen lang zu entdecken, zu befragen und zu diskutieren», erklärte die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Kässmann, vor Medienvertretern.

Kirche und Gesellschaft im Fokus

Im Rahmen der «Weltausstellung» werden bis 10. September in 16 Themenwochen aktuelle Fragen in Kirche und Gesellschaft in den Blick genommen. Dabei geht es um Frieden und Gerechtigkeit, Ökumene, interreligiösen Dialog, «Lebensformen für alle», das Verständnis von Europa, Spiritualität, Bildung, Menschenrechte sowie Arbeitswelten.

Zudem gibt es Gottesdienste, Ausstellungen, Themenabende und Konzerte. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Veranstalter auf 20 Millionen Euro, von denen etwa ein Drittel aus staatlichen Zuschüssen bestritten werden sollen.

Zeitgenössische Kunst zu Luther

Zu den kulturellen Highlights zählt die Ausstellung «Luther und die Avantgarde» im ehemaligen Frauengefängnis, in der sich Künstler aus aller Welt mit dem Reformator Martin Luther (1483-1546) auseinandergesetzt haben. Zu sehen sind Werke etwa von Ai Weiwei, Jonathan Meese,  oder Olafur Eliasson. Die Eröffnung ist bereits am 18. Mai.

Dazu kommen sieben über die Stadt verteilte «Torraum»-Installationen, die Studierende von acht Hochschulen gestaltet haben. Sie sollen unterschiedliche Zukunftsvisionen thematisieren, etwa zu Spiritualität oder Jugend. Zugleich sollen es laut Kässmann Open-Air-Bereiche sein, an denen Besucher miteinander ins Gespräch kommen. So soll es ein Riesenrad geben, in dem man gemeinsam mit einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin fahren kann. Aktuell entsteht am Bahnhof Wittenberg die Bodenplatte für einen 25 Meter hohen Turm in Form einer Lutherbibel.

Einen Überblick über die Veranstaltungen während des «Reformationssommers» in Wittenberg gibt das Magazin «r2017», das jetzt mit einer ersten Auflage 100.000 Stück bundesweit verteilt wird. (kna)

Weltausstellung Reformation in Wittenberg.

Lutherdenkmal in Wittenberg | © KNA
7. März 2017 | 14:17
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Kässmann: Wir feiern kein Luther-Heldengedenken

Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Kässmann, weist die Kritik zurück, man feiere einen Personenkult um den Reformator Martin Luther: «Persönlich sehe ich keinen Lutherkult, und wir feiern kein Luther-Heldengedenken», sagte Kässmann am Dienstag in Berlin im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die EKD sehe auch die Vorläufer und Zeitgenossen Luthers als «Teil der Bewegung», aber an Luther komme in diesem Jahr «niemand vorbei». Er sei «die Symbolfigur für die Reformation». (kna)