Priorin Irene Gassmann - hier als Gastgeberin der Junia-Initiative, 2021
Schweiz

Weltsynode: Berufene Frauen rufen zum Gebet für Geschlechtergerechtigkeit auf

Frauen, die sich zum Diakonat oder Priestertum berufen fühlen, rufen dazu auf, die Weltsynode mit einem täglichen Gebet zu begleiten. Sie wollen damit auf die Anerkennung der geistlichen Berufung von Frauen aufmerksam machen. Priorin Irene ist begeistert mit dabei.

Regula Pfeifer

«Ich finde dies eine sehr tolle Initiative, die wir im Kloster Fahr gerne unterstützen», sagt Priorin Irene vom Kloster Fahr. Während der gesamten Weltsynode in Rom – also vom 2. bis zum 27. Oktober – soll täglich um 18 Uhr oder zu einer anderen Zeit ein Gebet gesprochen werden.

Kloster Fahr macht mit

Das Benediktinerinnenkloster vor den Toren Zürichs wird sich daran beteiligen. «Wir werden im Kloster Fahr jeden Abend im Rahmen der Komplet – um 19.30 Uhr – den entsprechenden Text und Impuls lesen sowie das Gebet sprechen.» Den Inhalt entnehmen sie der Vorlage, welche die berufenen Frauen den Mitwirkenden zur Verfügung stellen. Das Gebet und die Komplet im Kloster sind öffentlich.

Schwestern des Klosters Fahr und ihre Gäste beten jede Woche das "Gebet am Donnerstag".
Schwestern des Klosters Fahr und ihre Gäste beten jede Woche das "Gebet am Donnerstag".

«Ich vertraue auf die Kraft des Gebets und bin überzeugt, dass ein solches gemeinsames Beten ein tragendes Netz bildet», so Priorin Irene. Mit der Gebetsinitiative kämen Frauenthemen zur Sprache. Und die Frauen vernetzten sich. Dadurch würden die Synodenteilnehmerinnen unterstützt.

Initiative seitens «berufener Frauen»

Die Gebetsinitiative lanciert hat die «Vernetzung berufener Frauen», wie die deutschen Katholikinnen Marieluise Gallinat-Schneider und Brigitte Schmidt in einer Mail berichten, die kath.ch vorliegt. Die «Vernetzung berufener Frauen» sind Frauen, die im Buch der Benediktinerin Philippa Rath, «Weil Gott es so will», ihre Berufung öffentlich gemacht haben. Sie haben sich zusammengeschlossen.

Die Gebetsinitiative haben sie lanciert, «um in Rom unseren wichtigen Herzensanliegen Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche und Anerkennung der geistlichen Berufungen von Frauen zur Diakonin und Priesterin sowie dem Zugang zur Weihe Aufmerksamkeit zu verschaffen», schreiben Gallinat-Schneider und Schmidt. Beide sind in Deutschland in der Seelsorge tätig oder inzwischen im Ruhestand.

Irritation über Ausschluss des Themas «Frauendiakonat»

«Die katholische Kirche bedarf der Erneuerung», schreiben sie weiter. «Viele von uns sind irritiert, weil das Thema ‹Frauendiakonat› ausgelagert wurde.» Deshalb wollen die Frauen «die Weltsynode mit ihren Gebeten begleiten».

Für den gesamten Zeitraum der Weltsynode werde jeden Tag eine grosse Frau der Bibel, der Kirchengeschichte oder eine heutige starke und inspirierende Frau kurz vorgestellt, heisst es in der Mail weiter. Dazu kommen Impulse, Gedanken und Gebetstexte.

An den Donnerstagen wird das Schritt-für-Schritt-Gebet aus dem Kloster Fahr in die Gebetsinitiative integriert. Ausserdem ist für den 7. Oktober – den Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel – ein Friedensgebet eingeplant.

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«Alle sind eingeladen, sich an den Tagen der Weltsynode nach Möglichkeit jeweils um 18 Uhr (sonst zu einer anderen Zeit) dieser Gebetsinitiative anzuschliessen und um die heilige Geistkraft für die Mitglieder der Weltsynode zu bitten», schreiben die Initiantinnen.

Textsammlung erhältlich unter der Email: weilgottessowill@outlook.de


Priorin Irene Gassmann – hier als Gastgeberin der Junia-Initiative, 2021 | © Christian Merz
16. September 2024 | 17:00
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