Frauen auf den Cookinseln - von hier stammt die Liturgie zum Weltgebetstag 2025
Schweiz

Weltgebetstag-Liturgie von den Cookinseln: «Koloniale und missionarische Einflüsse sind sichtbar»

Lebensfreude, Schöpfungsglaube und weltweite Verbundenheit, das ist in der aktuellen Liturgie des Weltgebetstags vom 7. März enthalten, sagt Vroni Peterhans. Sie präsidiert seit 2021 den Verein Weltgebetstag Schweiz.

Regula Pfeifer

Weshalb kommen die Liturgie-Beiträge von den Cookinseln? Wer hat das so ausgewählt?

Vroni Peterhans*: Alle vier Jahre findet eine Weltgebetstags-Weltversammlung statt. Vorgängig können von den circa 150 WGT-Komitees Vorschläge für Länder und Themen eingegeben werden. In einem demokratischen Prozess wird dann abgestimmt unter Beachtung, dass turnusgemäss alle sieben Weltregionen zum Zuge kommen. Das WGT- Komitee der Cookinseln wurde 2018 bestimmt, damit genügend Zeit für die Vorbereitungsarbeiten vorhanden ist.

Welchen besonderen Aspekt bringen die Frauen dieser Inseln liturgisch ein?

Vroni Peterhans
Vroni Peterhans

Peterhans: Das WGT- Komitee aus den Cookinseln ist aus sehr vielen Denominationen zusammengesetzt, also zeigen sie uns gelebte, vielfältige Ökumene. Sie zeigen uns auch Folgen der kolonialen und missionarischen Einflüsse auf. Ausserdem kommen ihre Texte aus einem tiefen Schöpfungsglauben heraus. Zudem ist eine Lebensfreude aus der Liturgie spürbar.

Weshalb sollen die katholischen Frauen hierzulande nach dem Input von den Cookinseln beten?

Peterhans: Die Liturgie mit dem Titel «wunderbar geschaffen» aus dem Psalm 139 und die Liturgietexte sprechen uns allen die Zusage des Schöpfergottes zu, dass jede wunderbar geschaffen ist. Ausserdem lässt uns der inhaltvolle Maori-Gruss «Kia orana» unsere eigenen Begrüssungsgewohnheiten überdenken.

Was erhalten die beteiligten Frauen im Gegenzug – abgesehen von Aufmerksamkeit?

Peterhans: Die weltweite Verbundenheit und Solidarität durch die Liturgie «wunderbar geschaffen» mit Maori-Liedern stärkt alle WGT-Mitfeiernden rund um die Erde, aber insbesondere die Schwestern auf den Cookinseln. Das wird ihnen Kraft geben bei ihren Herausforderungen, etwa den spürbaren Folgen durch den Klimawandel und den anstehenden Entscheidungen zum Tiefseebau, der konträr zu ihrem Schöpfungsglauben steht.

*Vroni Peterhans ist Präsidentin des Vereins Weltgebetstag Schweiz. Sie ist auch Seelsorgemitarbeiterin des Pastoralraums am Rohrdorferberg im Kanton Aargau.
Link zum Weltgebetstag Schweiz.

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Paradiesische Impressionen

Das Weltgebetstagskomitee von den Cookinseln, mit Frauen aus verschiedenen christlichen Konfessionen, hat den ökumenischen Weltgebetstags-Gottesdienst vorbereitet. Dieser wird weltweit von christlichen Frauen gefeiert, in der Schweiz am 7. März.

Laut dem Weltgebetstag Schweiz stammen der Titel und die Themen im Gottesdienst aus Psalm 139. Dort heisst es in Vers 14: «Du hast mich wunderbar geschaffen». Für die Verfasserinnen der Liturgie bedeutet das demnach, dass Gott uns kennt, sich fürsorglich um uns kümmert und immer bei uns ist.

Die Cookinseln befinden sich, von der Schweiz aus gesehen, auf der anderen Seite der Welt, im sogenannten Polynesischen Dreieck im südpazifischen Ozean. Die 15 Inseln mit einer Gesamtfläche von 240 Quadratkilometern verteilen sich über eine Meeresfläche von über zwei MillionenQuadratkilometern. Die Inseln leben vorwiegend vom Tourismus, der auf Naturschauplätzen wie Korallenriffen und Vulkangipfeln beruht. Deshalb wirke auch das verwendete Weltgebetstag-Bild paradiesisch, heisst es bei Weltgebetstag Schweiz. (rp)


Frauen auf den Cookinseln – von hier stammt die Liturgie zum Weltgebetstag 2025 | © zVg
26. Januar 2025 | 12:00
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