Von der Studentenbude ins Luxushotel: Linus Darimond feiert seinen Namenstag im «Waldhaus»
Nach einem Freiwilligenjahr in Jerusalem machte Linus Darimond (23) eine Hotellehre im traditionsreichen Hotel «Waldhaus» in Sils Maria. Mittlerweile studiert er katholische Theologie in München. In den Semesterferien ist er im Engadin, um seine Studentenkasse aufzubessern. Heute hat er Namenstag.
Raphael Rauch
Warum haben Sie Ihre Eltern Linus genannt?
Linus Darimond*: Meinen Eltern hat der Name einfach gut gefallen. Da gab es glaube ich keinen viel tiefergehenden Grund. Meine Mutter erzählt mir gerne: Als ich schliesslich auf der Welt war, bestand für sie kein Zweifel daran, dass ich Linus heissen soll.
Gefällt Ihnen Ihr Name – und warum?
Darimond: Ich trage meinen Namen sehr gerne. Er gehört sicher zu jenen Namen, die man gerade in meiner Generation nicht allzu oft hört. In den letzten Jahren habe ich aber auch den ein oder andern Namensvetter kennengelernt.
Haben Sie einen Spitznamen?
Darimond: Nein, das hat sich – glücklicherweise, wie ich finde – nie wirklich durchgesetzt.
Wie hätten Sie geheissen, wenn Sie ein Mädchen geworden wären?
Darimond: Dann hätte ich wahrscheinlich den Namen Lotta erhalten.
Linus stammt aus dem Griechischen – «ailinon» bedeutet so viel wie «wehklagen, jammern». Nicht gerade charmant, oder?
Darimond: Das stimmt, nicht sehr charmant und deshalb versuche ich, mir diese Eigenschaften auch möglichst selten zu eigen zu machen (lacht).
«Nomen est omen» – was bedeutet das mit Blick auf Ihren Namen?
Darimond: Mit Blick auf die Wortbedeutung ist es für mich durchaus ein Ansporn, das Gegenteil auszustrahlen. Nicht klagend oder jammernd, sondern fröhlich, offen und herzlich unterwegs zu sein.
Was verbinden Sie mit dem Heiligen Linus?
Darimond: Dem Heiligen Linus kam die kirchengeschichtlich gesehen nicht unbedeutende Rolle zu, der erste Bischof von Rom zu sein. In der Tradition setzte sich jedoch durch, ihn als Nachfolger des Heiligen Petrus zu sehen, was ich in der Vorstellung meines Namens gerne aufgreife. Zwar ist für die betreffende Zeit noch nicht von einem Papst nach unserem heutigen Verständnis zu sprechen, dennoch stelle ich meinen Namenspatron, den Heiligen Linus, dann gerne als den zweiten Papst vor.
Feiern Sie Namenstag?
Darimond: Ich feiere zwar nicht explizit meinen Namenstag, mich erreichen aber meist liebe Nachrichten von Menschen, die an diesem Tag an mich denken.
Wie gefällt Ihnen das Theologie-Studium in München?
Darimond: In München und in meinem Studium fühle ich mich mittlerweile sehr wohl. Auch wenn der Beginn herausfordernd war, war insbesondere das zurückliegende Semester gut gefüllt mit interessanten Veranstaltungen und vor allem dadurch geprägt, endlich wieder komplett an der Universität lernen und mit Dozierenden und KommilitonInnen im Austausch sein zu dürfen.
Das «Waldhaus» in Sils Maria ist für Sie nun ein Studenten-Job. Welche Tätigkeit macht Ihnen am meisten Spass?
Darimond: Es ist für mich tatsächlich etwas mehr als einfach ein Studenten-Job. Ich darf zurückkehren in eine mir sehr vertraute Umgebung, an einen besonderen Ort mit mir sehr lieb gewordenen Menschen. Dies mit der Arbeit zu verbinden, die ich hier im Waldhaus gelernt habe, unseren Gästen durch einen aufmerksamen und zuvorkommenden Service eine angenehme Zeit zu ermöglichen, erfüllt mich jedes Mal aufs Neue mit grosser Freude.
Haben Sie einen Geheimtipp, ein Lieblings-Ausflugsziel im Oberengadin?
Darimond: Mehr als anderswo gilt hier: Der Weg ist das Ziel. In dieser wunderbaren Landschaft unterwegs zu sein und einfach die Natur zu geniessen ist Ausflugsziel genug. Ein Geheimtipp ist es sehr wahrscheinlich nicht mehr, aber immer wieder eine warme Empfehlung: Ein Sprung in den Silser See oder in einen der anderen herrlichen Bergseen im Oberengadin.
* Nach dem Abitur hat Linus Darimond (23) ein Freiwilligenjahr in einem Hospiz in Jerusalem absolviert. Anschliessend machte er eine Hotellehre im traditionsreichen Hotel Waldhaus in Sils Maria. Seit 2020 studiert er in München katholische Theologie. In den Semesterferien jobbt er im Waldhaus, um seine Studentenkasse aufzubessern.
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