Verein will Opfer pädophiler Priester mobilisieren

Inseratekampagne Westschweiz:

Fey VD, 18.1.11 (Kipa) Ein Verein, der sich für Opfer pädophiler Priester einsetzt, lanciert diese Woche eine Inseratekampagne in Westschweizer Medien. Die «Groupe Sapec» ruft unter dem Titel «Sexueller Missbrauch und katholische Kirche» Opfer und Zeugen von Missbrauch auf, sich beim Verein zu melden.

Angesprochen werden explizit Personen, die misstrauisch sind gegenüber den von den Bistümern eingesetzten Kommissionen oder die, nach einem Kontakt mit solchen, enttäuscht sind.

Am Dienstag sind in der Genfer Zeitung «Le temps» und der Freiburger «La Liberté» entsprechende Anzeigen erschienen, bestätigte Vereinspräsident Jacques Nuoffer gegenüber der Presseagentur Kipa einen Bericht von «20 minutes». Am Samstag, 22. Januar, soll die Anzeige in weiteren Westschweizer Zeitungen erscheinen.

«Groupe Sapec» ist ein Verein für Opfer und Zeugen von sexuellem Missbrauch durch Priester oder Ordensleute. Gegründet wurde er im Dezember 2010. Missbrauchsopfer sollen von der Kirche eine finanzielle Entschädigung zur Finanzierung von Therapien erhalten, fordert der Verein in einem Communiqué zuhanden der Westschweizer Medien. Weiter verlangt «Groupe Sapec», dass Opfer Zugang zu den Dossiers über Täter erhalten.

Unzufrieden mit «SOS Prévention»

Der Opferhilfeverein zeigt sich zudem unzufrieden mit der Arbeit von «SOS Prévention». «SOS Prévention» befasst sich mit Fällen von Priestern, die der Pädophilie verdächtigt werden. Die interdisziplinäre Kommission wurde 2008 vom Bistum Lausanne-Genf-Freiburg eingesetzt. «Groupe Sapec» fordert dagegen die Schaffung einer unabhängigen Kommission auf nationaler Ebene; ihre Aufgabe sollte darin bestehen, Missbrauchsfälle zu untersuchen, die im kirchlichen Umfeld begangen werden.

Der 65-jährige Nuoffer, von Beruf Psychologe, ist in seiner Jugend selber Opfer eines pädophilen Priesters geworden, bestätigte er gegenüber der Presseagentur Kipa.

(kipa/bal/am)

18. Januar 2011 | 17:12
Teilen Sie diesen Artikel!