Kardinäle in Rom.
Vatikan

Vatikan veröffentlicht Programm der Kardinalsversammlung

Im Januar hatte der Papst zwei Tage lang mit seinen wichtigsten Beratern über die Themen Mission und Synodalität gesprochen. Kommenden Freitag und Samstag geht es um die aktuelle Weltlage, um KI und den Fortgang der Weltsynode.

(CIC) Der Vatikan hat das Programm der bevorstehenden Beratungen des Kardinalskollegiums veröffentlicht. Beim Konsistorium am 26. und 27. Juni will der Papst mit den Kardinälen über die aktuelle Weltlage, Künstliche Intelligenz und den Fortgang des Reformprojekts Weltsynode sprechen. Die Beratungen finden auch auf Basis der ersten Enzyklika des Papstes statt, «Magnifica humanitas», wie aus dem am Montagabend vom Vatikan veröffentlichten Programm hervorgeht.

Zum Start eine Messe im Petersdom

Das Konsistorium beginnt am Freitag (26. Juni) um 7.30 Uhr mit einer Messe im Petersdom unter Leitung von Papst Leo XIV. Es folgt die erste von vier Sitzungen in der Synodenaula. Zuvor hält jeweils ein Kardinal eine Einführung ins Thema: Den Anfang macht der Erzbischof von Krakau, Grzegorz Rys, mit einer Bibelmeditation, gefolgt vom Leiter der Glaubensbehörde, Víctor Fernández. Die dritte Arbeitssitzung leitet der Erzbischof von Johannesburg ein, Stephen Brislin. Vor der Abschlusssitzung spricht der Generalsekretär der Weltsynode, Mario Grech.

Kardinäle in Gruppen aufgeteilt

Für die Beratungen selbst werden alle anwesenden Kardinäle in 20 Gruppen aufgeteilt: Neun Gruppen setzen sich aus den wahlberechtigten Kardinälen zusammen, die Ortsbischöfe sind, sowie aus den Nuntien und jenen Kardinälen, die ihren aktiven Dienst als Ortsbischöfe schon beendet haben.

Elf Gruppen umfassen die wahlberechtigten Kardinäle der Römischen Kurie sowie die nicht wahlberechtigten Mitglieder des Kollegiums. Das Kardinalskollegium umfasst 241 Männer aus rund 100 Ländern. 117 von ihnen sind unter 80 Jahre alt und wären damit bei einer Papstwahl stimmberechtigt.

Situation der Ortskirchen und Themen aus «Magnifica humanitas»

Die erste Sitzung soll sich der internationalen Lage und der Situation in den Ortskirchen widmen. In der zweiten und dritten Sitzung behandeln die Kirchenmänner Themen aus der kürzlich veröffentlichten Sozialenzyklika des Papstes, darunter Frieden, Versöhnung und die Überwindung der Theorie vom «gerechten Krieg». In «Magnifica humanitas» geht es um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und weitere Herausforderungen für die Menschheit.

Schliesslich geht es um den Fortgang des Reformprojekts Weltsynode, das zu mehr Mitwirkung aller Katholiken in der Kirche führen soll.

Freier Dialog mit dem Papst

Am Ende der vierten Sitzung des Konsistoriums am Samstag (27. Juni) steht ein «Dialog mit dem Heiligen Vater», bei dem sich jeder Kardinal in einem Beitrag von maximal drei Minuten frei äussern kann.

Nach seiner Schlussansprache von Leo XIV. und einem gemeinsam gesungenen Te Deum steht ein Abendessen des Papstes mit dem Kollegium auf dem Programm. Am Montagmorgen (29. Juni) nehmen viele Kardinäle zudem an der Messe im Petersdom zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus teil.

Vertrauliche Beratungen

Das Programm des zweitägigen Konsistoriums sieht eine Abfolge von Diskussionen, Gebeten, Zeiten des Schweigens sowie persönlichen und gemeinsamen Reflexionen im Plenum vor. Für die Beratungen wurde Vertraulichkeit vereinbart. Mit Ausnahme der Papstansprachen sind Medien von den Sitzungen ausgeschlossen, die Teilnehmer sollen während des Konsistoriums von öffentlichen Erklärungen oder Interviews absehen.

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Kardinäle in Rom. | © Oliver Sittel
24. Juni 2026 | 07:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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