Verzweifelt | © pixabay/Wokandapix CCO
Schweiz
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Umstrittener Anwärter fürs Pfarramt tritt an Informationsabend auf

Riehen BS, 11.1.19 (kath.ch) Einen Monat vor der Pfarrwahl in Riehen ist der umstrittene Anwärter, Stefan Küng, an einem Informationsabend aufgetreten. Mehr als 100 Kirchgemeindemitglieder seien gekommen, um zu hören, wie er zu seiner Verurteilung wegen sexuellen Handlungen an einem Minderjährigen Stellung nahm, meldete das Regionaljournal Basel/Baselland von Radio SRF 1 am Freitag.

An dem mehr als zweistündigen Anlass im Pfarreiheim St. Franziskus haben demnach sowohl der Seelsorger Stefan Küng als auch der Präsident der Pfarrwahlkommission, Stefan Suter, das Wort ergriffen. Suter habe betont, bei der sexuellen Handlung, für die der frühere Pfarrer von Aadorf im Thurgau verurteilt wurde, habe es sich nur um eine Fussmassage an einem fast 16-Jährigen gehandelt. Küng selber erzählte laut SRF unter anderem von der Zeit, die er in der Untersuchungshaft verbracht hatte.

Meinungen über Seelsorger sind geteilt

Anschliessend bekamen die Kirchgemeindemitglieder die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Über 20 Personen meldeten sich zu Wort. Die meisten von ihnen hätten sich sehr positiv über den Seelsorger geäussert, heisst es im Radiobericht.

Einige wenige allerdings hätten Kritik geäussert und vor allem die fehlende Transparenz in der Angelegenheit bemängelt. Sie verlangen von Küng und Suter, den Strafbefehl vorzulesen. Die beiden hätten sich geweigert, dies zu tun.

Bischof und Kommission kannten Vorgeschichte

Küng war im Juni 2012 von der Thurgauer Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind zu einer bedingten Geldstrafe von 4000 Franken verurteilt worden. Offenbar fand der Übergriff bei einem der privaten Treffen mit Fussmassage statt, die der damalige Pfarrer in Aadorf im Thurgau zwischen 1999 und 2010 mit Jugendlichen durchgeführt hatte.

Der Basler Bischof Felix Gmür hatte im Juli vergangenen Jahres der Wahl durch die örtliche Pfarrwahlkommission zugestimmt. Sowohl der Kommission als auch dem Bischof war die Vorgeschichte des Geistlichen bekannt.

Wahl am 10. Februar

Dass ein verurteilter Sexualstraftäter Pfarrer werden soll, gefiel indes nicht allen Gläubigen. So forderten 132 Katholikinnen und Katholiken, dass der Wahlentscheid an der Urne gefällt wird. Die Wahl ist auf den Sonntag, 10. Februar angesetzt, wie auf der Webseite der Kirchgemeinde zu erfahren ist. (bal)


Umstrittener Anwärter fürs Pfarramt muss sich der Urnenwahl stellen

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