Trump will Papst-Kritiker als neuen US-Botschafter im Vatikan
Der designierte US-Präsident Donald Trump hat Brian Burch, Präsident und Mitbegründer der Interessensvertretung «CatholicVote», als Botschafter der Vereinigten Staaten beim Heiligen Stuhl nominiert.
Die Bekanntgabe erfolgte jüngst über Trumps Social-Media-Plattform Truth Social. Trump lobte den neuen US-Diplomaten dabei als «gläubigen Katholiken, Vater von neun Kindern und Präsident von CatholicVote», der aussergewöhnliche Führungsqualität bewiesen und eine der grössten katholischen Interessensgruppen des Landes aufgebaut habe. Die Bestätigung der Personalie durch den US-Senat und ein Abkommen darüber mit dem Heiligen Stuhl stehen bislang noch aus.
Wahlkampf mit 10 Millionen Dollar unterstützt
CatholicVote hatte Trump im Präsidentschaftswahlkampf mit über 10 Millionen Dollar unterstützt und mit provokanter Wahlwerbung, darunter Vorwürfe gegen Vizepräsidentin Kamala Harris, besondere Aufmerksamkeit erregt.
Trump zufolge sei es auch Burchs Verdienst gewesen, dass er bei der Wahl einen Rekordanteil katholischer Stimmen sowie auch deren Mehrheit in wichtigen Swing States für sich entschieden hat. Exit-Poll-Umfragen zufolge lag hier der Vorsprung des republikanischen Kandidaten bei mehr 15 Prozent, um zehn Prozent mehr als bei der vorangehenden Wahl.
«Katholische Kirche wichtigste religiöse Institution»
Brian Burch reagierte auf die Nominierung auf X (ehemals Twitter) mit der Feststellung, die katholische Kirche sei «die grösste und wichtigste religiöse Institution der Welt», wobei ihre Beziehung zu den USA von zentraler Bedeutung sei. Er betonte sein bisheriges Engagement für die Menschenwürde und das Gemeinwohl, kündigte enge Zusammenarbeit mit dem Vatikan sowie der neuen Regierung an und bekundete seine Freude über die Gelegenheit, «meinem Land und der Kirche zu dienen».
Burch ist Absolvent katholischer Schulen sowie auch der katholischen University of Dallas, wo er sein Studium 1997 mit einer Arbeit über politische Philosophie abschloss. Er ist Träger von Auszeichnungen katholischer Vereinigungen wie dem Cardinal O’Connor Defender of the Faith Award und dem St. Thomas More Award.
Die von ihm geleitete Plattform CatholicVote steht allerdings in der Kritik, sich als «katholisch» zu bezeichnen, ohne dafür die offizielle kirchliche Genehmigung zu besitzen. Einige US-Bischöfe haben klargestellt, es sei keine Erlaubnis zur Namensnutzung erteilt worden.
Spannungen auch mit dem Vatikan
Spannungen könnten auch mit dem Vatikan auftreten: Das US-Portal «National Catholic Register» (Samstag) nennt Burch als «Papst-Kritiker», weil er Franziskus vorgehalten hatte, Verwirrung zu stiften, konkret als dieser vor einem Jahr die Segnung Homosexueller erlaubte.
Der Papst aus Argentinien würde nicht mehr lange im Amt sein, und sein Nachfolger müsse dann für Klarheit sorgen, sagte er. Bei Haltungen wie etwa zu Migration, Klimaschutz, Kirchenreformen oder Synodalität unterscheiden sich die Positionen von CatholicVote und Papst Franziskus zudem teils drastisch.
Diplomatische Beziehungen zwischen den USA und dem Heiligen Stuhl gibt es seit 1984 unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan. Derzeitiger US-Botschafter ist derzeit der von Joe Biden nominierte Joe Donnelly. (kap)
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