Synode der katholischen Landeskirche Thurgau | © zVg Landeskirche Kanton Thurgau
Schweiz
Synode der katholischen Landeskirche Thurgau | © zVg Landeskirche Kanton Thurgau

Thurgauer Kirche will Bischof in Sachen Missbrauch briefen

Weinfelden, 20.11.18 (kath.ch) Die Katholische Kirche Thurgau will Bischof Felix Gmür ihre Haltung zum sexuellen Missbrauch in der Kirche mitteilen – und so ihren Einfluss auch in Rom geltend machen. Deshalb behandelt ihr Kirchenparlament am 29. November die Resolution «Für eine glaubwürdige Kirche».

Die Resolution thematisiert den sexuellen Missbrauch durch Priester und andere Mitarbeitende der katholischen Kirche und den Umgang der Kirchenleitung mit der sexualisierten Gewalt, wie die Katholische Landeskirche des Kantons Thurgau am Montag in einer Medieneinladung schreibt.

«Neue, mutige Strategie» erforderlich

Angesichts der «Schreckensbotschaften» brauche es eine «neue, mutige Strategie», heisst es im Entwurf, welcher der Redaktion kath.ch vorliegt. Die Missbrauchskonferenz «Zum Schutz von Minderjährigen», an der die Leiter aller Bischofskonferenzen vom 21. bis 24. Februar 2019 in Rom teilnehmen, sei geeignet für einen solchen «dringend gebotenen Strategiewechsel». Der Resolutionsentwurf stammt aus der Feder des Büros der Synode der Thurgauer Kirche.

Die Anliegen der Thurgauer Kirche sollen denn auch in das internationale Treffen in Rom einfliessen. Denn der Basler Bischof, Felix Gmür, werde dort als Präsident die Schweizer Bischofskonferenz in Rom vertreten.

Aufarbeitung und Reformen

Verlangt wird im Resolutionsentwurf insbesondere eine «umfassende und unabhängige Aufarbeitung beziehungsweise Aufklärung aller Missbrauchsfälle». Diese sollte eine externe Untersuchungskommission vornehmen. Es brauche zudem Reformen, damit niemand «durch das Geschlecht selbst oder durch den Umgang mit der eigenen Geschlechtlichkeit berufliche Ungleichheit» erfahre. Konkret wird die Aufhebung des Pflichtzölibats und die Einführung der Frauenordination postuliert.

Kontrolle der Macht

Weiter brauche es einen «grundlegend anderen, positiven Blick auf die menschliche Sexualität». Und es brauche strukturelle Reformen. Denn um Missbrauch und Machtmissbrauch zu verhindern, «kommt die Kirche nicht darum herum, die Macht auch in der Kirche zu teilen und so wirksamer zu kontrollieren», so der Entwurf.

Anlass zum Thema

Die Synode der Katholischen Kirche Thurgau, also das Kirchenparlament, wird den Resolutionsentwurf am 29. November in ihrer Nachmittagssitzung behandeln. Ob er in der aktuellen Fassung angenommen wird, ist offen. Das Parlament wird darüber befinden.

Im Vorfeld dazu organisiert die Körperschaft am 22. November in Weinfelden einen öffentlichen Abend zum Thema sexuelle Übergriffe in der Kirche – mit einem Referat von Giorgio Prestele, der das entsprechende Fachgremium in der Schweizer Bischofskonferenz leitet, und einem Podiumsgespräch zwischen Prestele, dem Thurgauer Synodenpräsident Dominik Diezi und dem Kirchenratspräsident Cyrill Bischof. (rp)


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