Theologe Söding: Auch ein kranker Papst kann ein guter Papst sein
Wie gesund muss ein Papst sein? Diese Frage wirft laut Thomas Söding die Lungenoperation von Leo XIV. auf. Der Theologe warnt davor, die Amtsfähigkeit des Kirchenoberhaupts allein an der körperlichen Fitness zu messen.
(KNA) Nach der Lungenoperation von Papst Leo XIV. hat der Theologe Thomas Söding davor gewarnt, die Amtsfähigkeit eines Papstes vor allem an dessen körperlicher Fitness zu messen. «Die Folge ist nicht, dass nur ein fitter Papst ein guter Papst wäre», schreibt Söding in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift «Publik-Forum».
«Es ist gut, dass Leo XIV. transparent mit seiner Krankheit umgeht, sie weder verschweigt noch überhöht», schreibt Söding, der auch Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist. Entscheidend sei aber sein persönliches Zeugnis – «ob gesund oder krank, stark oder schwach».
Auch Schwäche kann ein Zeugnis sein
Die Erkrankung werfe dennoch die Frage auf, wie abhängig die katholische Kirche von einem gesundheitlich belastbaren Papst sei, schreibt Söding. Er erinnert dabei an die letzten Amtsjahre Johannes Pauls II., den Rücktritt Benedikts XVI. und die gesundheitlichen Einschränkungen von Franziskus.
Körperliche Schwäche sei für einen Papst nicht belanglos, betont Söding. Amt und Person liessen sich in der Kirche nicht vollständig voneinander trennen. Zugleich könne gerade der Umgang mit Krankheit Teil des persönlichen Zeugnisses eines Papstes sein.
Papst Leo nach Lungenoperation entlassen
Leo XIV. war am 13. Oktober in der römischen Gemelli-Klinik operiert worden. Dabei wurde dem 71-Jährigen ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt. Eine Untersuchung während der Operation bestätigte nach Angaben des Vatikans ein Lungenadenokarzinom. Der Eingriff sei erfolgreich und ohne Komplikationen verlaufen. Am Samstag wurde der Papst aus der Klinik entlassen und kehrte in den Vatikan zurück.
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