Stefan Wyer, Leiter der Medienstelle und des Verbindungsbüros für Behörden der Päpstlichen Schweizergarde in der Schweiz
Schweiz

Stefan Wyer weibelt für die Garde in Bern

Die Päpstliche Schweizergarde baut ihre Präsenz in der Schweiz aus. Der Kommunikationsfachmann Stefan Wyer (57) will dafür sorgen, dass die Garde ein Aushängeschild für die Schweiz bleibt. Der Oberstleutnant hat sich einst für seine Frau und eine Militärkarriere in der Schweiz entschiedenund gegen den Dienst in der Garde.

Eva Meienberg

Warum sind Sie der richtige Mann für diese Arbeit?

Stefan Wyer: Die Päpstliche Schweizergarde will ihre Präsenz in den Medien und bei den Behörden in der Schweiz ausbauen. Da helfen mein Netzwerk und meine Erfahrung in Politik und Kommunikation. Es ist sicher auch nützlich, dass ich noch als Oberstleutnant in der Schweizer Armee Dienst leiste und ein tieferes Verständnis für die Sicherheitsaufgaben habe.

In der Sicherheitszentrale der Schweizergarde.
In der Sicherheitszentrale der Schweizergarde.

Sie seien mit der Schweizergarde seit langer Zeit verbunden. Warum sind Sie nicht Gardist geworden?

Wyer: Das war mal tatsächlich meine Absicht. Aber dann lernte ich meine Frau kennen und entschied mich für eine Militärkarriere in der Schweiz. Aber viele meiner Freunde sind oder waren in der Schweizergarde. Seit rund 30 Jahren bin ich so mit der Garde in Kontakt geblieben. Beim 500-Jahre-Jubiläum im Jahr 2006 war ich auch in die Medienbetreuung involviert.

Bernhard Messmer, zuständig für die Rekrutierung von Schweizergardisten
Bernhard Messmer, zuständig für die Rekrutierung von Schweizergardisten

Wie arbeiten Sie mit dem Rekrutierungsverantwortlichen in der Schweiz, Bernhard Messmer, zusammen?

Wyer: Bernhard Messmer ist Leiter der Informations- und Rekrutierungsstelle IRS. Ich ergänze diese nun mit dem Verbindungsbüro als Ansprechstelle für Behörden und Politik und baue die Medienstelle aus. Wir arbeiten eng zusammen.

«Die Garde ist für die Schweiz ein wichtiges Aushängeschild.»

Wieso braucht es eine Ansprechperson für die Behörden?

Wyer: Die Garde ist für die Schweiz ein wichtiges Aushängeschild. Es gibt immer wieder Kontakte mit Behörden, wie zum Beispiel mit Gastkantonen an der jährlichen Vereidung der neuen Gardisten. Bis anhin liefen die Kontakte mit den Behörden direkt über das Gardekommando in Rom. Meine Arbeit soll das Gardekommando entlasten.

Bundespräsident Alain Berset im Gespräch mit einem Schweizergardisten
Bundespräsident Alain Berset im Gespräch mit einem Schweizergardisten

«Für mich ist es eine sehr grosse Ehre, dass ich der Garde zu Diensten sein darf.»

Sie haben sich kürzlich selbständig gemacht. Hat das mit Ihrem Engagement für die Garde zu tun?

Wyer: Ich habe mich nach mehreren Jahren in Unternehmen und Agenturen für die Selbständigkeit entschieden, damit ich meine Erfahrung, mein Wissen und mein Netzwerk besser weitergeben kann. Das ermöglicht es mir auch, mich für die Schweizergarde einzusetzen. Für mich ist es eine sehr grosse Ehre, dass ich ihr zu Diensten sein darf.

Hat die Schaffung Ihrer Stelle etwas mit der Erhöhung des Soll-Bestandes der Garde zu tun?

Wyer: Die Erhöhung des Sollbestandes führt zu mehr Aufwand und mehr Bedarf an Öffentlichkeitsarbeit für die Rekrutierung des geeigneten Nachwuchses. Mit dem Ausbau der Medienstelle wollen wir dem Rechnung tragen.

Papst Franziskus mit Teilnehmern der Amazonas-Bischofssynode im Vatikan.
Papst Franziskus mit Teilnehmern der Amazonas-Bischofssynode im Vatikan.

Welche Akzente wollen Sie in Ihrer Medienarbeit setzen?

Wyer: Die Schweizergarde hat weltweit einen sehr guten Ruf. Darauf wollen wir aufbauen. Und ich will schauen, dass es so bleibt. Wie wir das konkret machen, werden wir in den nächsten Wochen planen.

Warum koordinieren sie auch die Medienarbeit der Garde-Partner?

Wyer: Es geht darum, Synergien in der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen und ein einheitliches Bild der Garde zu vermitteln. Dazu gehört auch die Kooperation mit den Institutionen der Katholischen Kirche. Hier spielen auch die Partner der Garde in der Schweiz eine zentrale Rolle: die Stiftung der Päpstlichen Schweizergarde, die Vereinigung der ehemaligen Schweizergardisten und die Kasernenstiftung, welche die Gelder für den dringend notwendigen Kasernenbau sammelt.

Die alte Fassade der Kaserne der Schweizergarde bleibt erhalten.
Die alte Fassade der Kaserne der Schweizergarde bleibt erhalten.

Die Schweizergarde ist eine vatikanische Institution. Welche Auswirkungen hat das auf die Medienarbeit?

Wyer: Das ist richtig, die Garde steht im Dienst des Heiligen Vaters. Was sie veröffentlicht, unterliegt daher auch der Aufsicht der Kurie.

Was Sie in der Schweiz von Ihrem Berner Büro aus veröffentlichen, wird auch vom Vatikan geprüft?

Wyer: Ich agiere hier in Vertretung des Kommandos der Schweizergarde. Insofern bin ich selbstverständlich an die Entscheide und Weisungen aus Rom gebunden.

Reto Neuhaus legt den Eid der Schweizergarde ab, Mai 2021
Reto Neuhaus legt den Eid der Schweizergarde ab, Mai 2021

Welches sind Ihre nächsten Schritte?

Wyer: Jetzt geht es darum, das Netzwerk auszubauen, mich als Kontaktperson zu etablieren und bereits die Planungen für die Öffentlichkeitsarbeit fürs nächste Jahr in Angriff zu nehmen, insbesondere für die Vereidigung 2023 mit dem Gastkanton Aargau.


Stefan Wyer, Leiter der Medienstelle und des Verbindungsbüros für Behörden der Päpstlichen Schweizergarde in der Schweiz | © zVg
3. September 2022 | 11:15
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