360° Panorama Konstanz: Luftaufnahme des Neubaus von Sauerbruch Hutton mit der Rheinbrücke.
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Konstanzer-Konzil-Panorama öffnet am Samstag

Der Fotokünstler Yadegar Asisi inszeniert Geschichte(n) und Naturparadiese in turmhohen Rund-um-Panoramen. Jetzt entführt er ins Mittelalter, zu den Machtkämpfen des Konstanzer Konzils. Zu erleben ab morgen.

KNA) Am morgigen Samstag öffnet in Konstanz das neue, spektakuläre 360-Grad-Panorama des Fotokünstlers Yadegar Asisi. Das 30 Meter hohe Panorama inszeniert die Bildwelten des Konstanzer Konzils (1414-1418) auf einer Fläche von 3’500 Quadratmetern.

Das Konzilsgebäude in Konstanz
Das Konzilsgebäude in Konstanz

Das aus Tausenden Einzelfotos und digitalen Rekonstruktionen zusammengesetzte Panorama zeigt die Konstanzer Altstadt des Mittelalters. Auf dem Dach des neu gebauten, 50 Meter hohen Rundgebäudes soll bis Jahresende ein Dachcafé öffnen. Die Stadt verspricht sich einen neuen Touristenmagnet.

«Machtkampf ist Untergang»

Das Konstanzer Konzil war eine der grössten kirchlichen und politischen Versammlungen des Mittelalters. Die kirchliche und politische Gestalt Europas stand auf dem Spiel. Zwischen 1414 und 1418 kamen in der Bodenseestadt Tausende Gesandte, Bischöfe, Gelehrte und Fürsten zusammen.

«Der Kampf um Macht ist der Untergang der Menschheit», sagte Yadegar Asisi bei der Präsentation am Donnerstag. «Das Konstanzer Konzil zeigt, wie tief diese Dynamik in unserer Geschichte verankert ist – und bis heute Anlass zur Auseinandersetzung bietet.»

Licht- und Klangeffekte

Besucher können das Panorama-Bild über einen 15 Meter hohen Treppenturm im Zentrum des runden Holzgebäudes aus verschiedenen Perspektiven und Höhen betrachten. Im Panorama werden in zahlreichen Figurenszenen das Alltagsleben und das Konzilsgeschehen lebendig – bei wechselnden Licht- und Klangeffekten.

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«Der Betrachter wird zum Regisseur seines eigenen Sehens und bestimmt selbst das Tempo, in dem er sich Geschichte erschließt», so Asisi. Geschichte werde nicht linear, sondern als offener Erfahrungsraum erzählt.

Privat finanziert

Der Panorama-Turm entstand nach längerer Standortsuche am Rand der Konstanzer Innenstadt, zwischen Hauptzufahrtsstrassen und in Rheinnähe. Der Bau wurde nach Angaben von Asisi vollständig mit privaten Geldern finanziert. Die künstlerischen Arbeiten begannen vor mehr als acht Jahren.

Sinnliche "Imperia" hält auf ihrer Hand einen Papst. Statue von Peter Lenk in Konstanz zum Gedenken ans Konzil.
Sinnliche "Imperia" hält auf ihrer Hand einen Papst. Statue von Peter Lenk in Konstanz zum Gedenken ans Konzil.

Asisi hat bundesweit schon ähnliche Grosspanoramen gestaltet, beispielsweise in Pforzheim, Leipzig, Dresden und Berlin. Gezeigt werden dort historische Szenen oder Naturbilder wie der Amazonasregenwald und die Unterwasserwelt des australischen Great Barrier Reefs.


360° Panorama Konstanz: Luftaufnahme des Neubaus von Sauerbruch Hutton mit der Rheinbrücke. | © Helmuth Scham BFF
11. September 2026 | 11:00
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