So unterstützt Schweizer Don Bosco Jugendhilfe junge Kriegsopfer in Lwiw
Am 24. Februar jährt sich der Beginn des Krieges in der Ukraine zum vierten Mal. Die Schweizer Don Bosco Jugendhilfe Weltweit leistet inmitten des Krieges anhaltende Hilfe für kriegsbetroffene junge Menschen. Der Wiederaufbau der Ukraine kostet laut neuesten internationalen Schätzungen rund 500 Milliarden Euro.
(woz) Bildlich vor Augen haben noch viele die russischen Panzerkolonnen in Richtung Kyiv vor vier Jahren. Mittlerweile hat sich der russische Angriffskrieg zu Avierjährigen Abnützungskrieg mit hunderttausenden Opfern herangewachsen.
«Dramatische Kriegsrealität überstehen»
«Angesichts dieser dramatischen Situation nimmt die Ausbildung von jungen Menschen eine tragende Rolle ein», so Markus Burri, Geschäftsleiter der Don Bosco Jugendhilfe Weltweit in Beromünster. «An Zukunftsperspektiven arbeiten bedeutet, die dramatische Kriegsrealität des Hier und Jetzt besser überstehen zu können.»
Ein lebendiges Beispiel dafür liefere das aus der Schweiz unterstützte Berufsbildungszentrum «San Giovanni Bosco» in Lwiw, wie Don Bosco Jugendhilfe Weltweit mitteilt.
Das Zentrum, getragen von der Salesianischen Tradition Don Boscos, habe sich zum Ziel gesetzt, so Burri, Jugendlichen und Erwachsenen nicht nur fachliche Kenntnisse zu vermitteln, sondern ihnen inmitten der Kriegsrealität Halt, Würde und Perspektive zu geben.
Angebot erweitert
Im Verlauf des Jahres 2025 konnte das Zentrum sein Angebot erweitern: Neben den Programmen in Informationstechnologie, Gastronomie und Automobilelektronik wurde eine neue Spezialisierung im Grafik- und Produktdesign eingeführt.
«Diese Erweiterung verbindet kreative Kompetenz mit modernen Technologien. Gleichzeitig ist es die Antwort des Zentrums auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes und der gesellschaftlichen Entwicklung in der Ukraine», erklärt der Don Bosco-Geschäftsleiter.
Psychosoziale Begleitung sowie Mentoring
Ein besonderes Augenmerk liegt laut Don Bosco auf den Herausforderungen der Zeit: Die Vorbereitung auf staatliche Hochschulzugangsprüfungen, ergänzende Sprachkurse in Englisch und Deutsch, Angebote in Sport und Musik, psychosoziale Begleitung sowie Mentoring und berufliche Orientierung würden ein ganzheitliches Bildungsumfeld schaffen. «Zusätzlich nutzen viele Studierende die Möglichkeiten, sich über europäische Bildungs- und Austauschprogramme wie Erasmus+-Projekte der Europäischen Union zu vernetzen und internationale Erfahrungen zu sammeln.»
Das Don Bosco-Bildungsprogramm zeitig offensichtlich Erfolg. Über 85 Prozent der Absolventinnen und Absolventen würden sofort eine Anstellung in ihrem erlernten Beruf finden oder setzten ihre Ausbildung an Universitäten fort.
Weiterbildungsangebote für 200 Erwachsene
Darüber hinaus hat das Zentrum im Jahr 2024 mehr als 200 Erwachsenen – darunter Binnenvertriebene, Kriegsveteranen und Angehörige von Militärfamilien – kurzfristige Weiterbildungsangebote ermöglicht. Für viele bedeutete dieses Angebot einen Neuanfang und die Chance, unter schwierigen Bedingungen Stabilität und Perspektive zu gewinnen, so Burri.
«Vor dem Hintergrund des Krieges bleibt die Vision des Zentrums klar: Nicht allein die Vermittlung von Kompetenzen steht im Vordergrund, sondern die Öffnung von Türen für jene, die entschlossen sind, ihr Leben zu verändern», sagt Don Bosco-Geschäftsführer Markus Burri. Die Erweiterung der Kapazitäten und der Ausbau der Ausbildungsangebote gehörten daher zu den wichtigsten Aufgaben des Don Boscos Teams. «Dies ist ein konkreter Beitrag zur Stärkung der gesellschaftlichen Zukunftsfähigkeit der Ukraine.»
«Zusätzlich zu diesen Bildungsangeboten wird täglich auch therapeutische Hilfe und Trauerarbeit mit den jungen Menschen und ihren Familien geleistet. Damit versuchen wir, den Schmerz der Menschen inmitten des Krieges zu kanalisieren, damit sich die Wut und Ohnmacht nicht gegen die Betroffenen selbst und ihre Familien entlädt», so Markus Burri mit einem nachdenklichen Blick nach Lwiw.
Der Wiederaufbau der Ukraine wird nach einer internationalen Schätzung fast 588 Milliarden US-Dollar (498 Milliarden Euro) über die nächsten zehn Jahre kosten. Das teilten die ukrainische Regierung, die Weltbank-Gruppe, die Europäische Kommission und die Vereinten Nationen gemeinsam am Montag mit. Die Summe entspreche fast dem Dreifachen des geschätzten Bruttoinlandsprodukts der Ukraine von 2025. Die Institutionen veröffentlichten ihre Bewertung zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs, der am 24. Februar 2022 begann. Allein in die Wiederherstellung zerstörter Wohngebäude, Minenräumung und Wirtschaftsförderungsprogramme investiert die Regierung der Ukraine der Mitteilung zufolge im laufenden Jahr mehr als 15 Milliarden Dollar. Direkte Schäden durch die russischen Bombardierungen belaufen sich laut dem Rapid Damage and Needs Assessment auf über 195 Milliarden Dollar, 19 Milliarden mehr als vor einem Jahr. Besonders betroffen sind demnach die Bereiche Wohnen, Verkehr und Energie, vor allem nahe der Front und in grossen Ballungsräumen (KNA).So viel kostet Ukraine-Wiederaufbau
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