Schweiz

Schweizer Hindus treten mit vereinter Stimme auf

Winterthur, 5.4.17 (kath.ch) In der Schweiz gibt es 50’000 Hindus. Bis vor kurzem hatten sie noch keine gemeinsame Stimme. Am 2. April haben sich jedoch verschiedene Vereine unter ein Dach zusammengeschlossen und den «Schweizerischen Dachverband für Hinduismus» gegründet.

Mit dem «Schweizerischen Dachverband für Hinduismus» haben die verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften «einen gerechten, offiziellen Platz in der multireligiösen Schweiz» – und damit «endlich eine gemeinsame Stimme» erhalten, heisst es in der Medienmitteilung des neuen Dachverbands vom 4. April.

«Wir wollen den Hinduismus in die Öffentlichkeit bringen.»

Dieser soll die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Hindu-Gemeinschaften stärken, wie Vorstandsmitglied Krishna Premarūpa Dasa gegenüber kath.ch sagte. «Wir wünschen uns aber auch, dass wir den Hinduismus somit in der Öffentlichkeit sichtbarer machen können.» Der interreligiöse Dialog könne nur stattfinden, wenn diese Religion «für Aussenstehende verständlicher und zugänglicher wird», so Premarūpa Dasa weiter. Dazu werde der Dachverband in Zukunft Veranstaltungen organisieren, eine Website aufschalten und auch Publikationen veröffentlichen.

Gründung war nicht einfach

Von den 50’000 Schweizer Hindus seien jedoch noch nicht alle unter einem Dach. Das Bedürfnis nach einer gemeinsamen Stimme habe zwar schon lange bestanden, so das Vorstandsmitglied. Doch der Kontakt unter den Vereinen war eher dürftig. Denn der Hinduismus in der Schweiz ist laut Premarūpa Dasa vielfältig. Es gibt tamilische Hindus aus Sri Lanka, oder aus Indien, Nepal oder Hindus mit Schweizer Wurzeln. «Erst als wir gemerkt haben, dass mehrere Vereine und Vertreter ein gemeinsames Ziel hatten, entstand der Kontakt untereinander», so Premarūpa Dasa weiter.

«Wir stehen noch am Anfang.»

Bei der Gründung am 2. April seien rund 60 Privatpersonen und etwa ein Dutzend Vereine und Tempel in Winterthur anwesend gewesen, so Premarūpa Dasa weiter. Darunter ein paar tamilische Tempel aus dem Raum Zürich, wie Adliswil, Glattbrugg und Dürnten, so wie aus St. Margrethen und Chur. Hinduistische Vereine wie die Ramakrishna Mission in Genf, Omkarananda Ashrama aus Winterthur und die Krishna Gemeinschaft Schweiz in Zürich sowie Nepalesische Hinduisten waren ebenso vertreten. Mit weiteren Tempeln aus Trimbach, Basel und Bern und anderen stehe der Dachverband schon in Kontakt. Diese müssten die Mitgliedschaft jedoch unter sich noch besprechen.

«Wir stehen also noch am Anfang, sind jedoch optimistisch», so das Vorstandsmitglied. Ein wichtiger Schritt sei mit der Gründung jedoch gemacht, ist er sich sicher. (ft)

Hindutempel | © Barbara Fleischmann
5. April 2017 | 14:06
Teilen Sie diesen Artikel!