Bischof Morerod (r.) und Jacques Nuoffer vor dem Mahnmal für Betroffene von Missbrauch, 2019
Schweiz

Schweizer Bischöfe begehen den Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs

Am 18. November wird in der katholischen Kirche der Schweiz erstmals der Gebetstag für die Opfer sexuellen Missbrauchs begangen. Die Bischöfe Felix Gmür, Beat Grögli und Charles Morerod sowie der Apostolische Administrator Alain de Raemy bieten ein solches Gedenken an.

Regula Pfeifer

Am kommenden 18. November findet erstmals der Gebetstag für die Opfer sexuellen Missbrauchs statt. Das hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) im letzten März beschlossen. Sie setzen damit den Aufruf des verstorbenen Papstes Franziskus um. Der 18. November ist auch der «Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch».

Gedenken an Betroffene

«Der Gebetstag soll dem Gedenken an die Betroffenen, dem Gebet um Heilung und Stärkung sowie der gemeinsamen Verantwortung für Prävention, Schutz und Aufarbeitung Raum geben», schreibt Maurice Greder, Kommunikationsverantwortlicher der SBK.

Das Gedenken organisiert die SBK nicht selbst. «Der Gebetstag soll dezentral in den Pfarreien und kirchlichen Gemeinschaften begangen werden», so Greder. «Die SBK empfiehlt ihnen, das Anliegen des Tages in angemessener und sensibler Weise in die Gottesdienste aufzunehmen.» Für die Gestaltung solcher Gebetstage stehen demnach Gebets- und Fürbitttexte sowie weitere liturgische Materialien zur Verfügung, die gemeinsam mit den Liturgischen Instituten der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz ausgearbeitet wurden.

Anlässe mit Bischöfen

Einige Bischöfe bieten selbst ein solches Gedenken an. Im Bistum Basel werden Bischof Felix Gmür und Weihbischof Josef Stübi dem Gedenkgottesdienst am 18. November vorstehen, wie auf der Bistumswebseite zu lesen ist. Der Gottesdienst in der Kathedrale Solothurn beginnt um 12.15 Uhr.

Bischof Beat Grögli von St. Gallen engagiert sich an einer «Stunde des Nachdenkens und Betens» in der Schutzengelkapelle, einer Kapelle innerhalb des Stiftsbezirks. Dieses findet am 18. November um 18.30 Uhr statt. Dieses Gedenken sei ein «Zeichen gegen Machtmissbrauch im kirchlichen Umfeld», heisst es auf der Agendaseite des Bistums St. Gallen. Auf der Webseite sind zudem Vorschläge aufgeschaltet, wie eine solche Stunde des Gedenkens aussehen könnte. Zudem gibt es entsprechende Gebete.

Bischof Charles Morerod von Lausanne, Genf und Freiburg lädt auf jenen Mittwochmorgen um 9 Uhr zum Gebetstag mit Besinnung in Solidarität mit den Opfern von sexuellem Missbrauch in die Kirche Saint-Maurice in Freiburg i.Ü. ein. Die Gedenkanlässe seien offen für alle, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit oder Weltanschauung, schreibt das Bistum LGF.

Kein Ersatz für Gerechtigkeit und Aufklärung

Es gehe um Erinnerung, Solidarität und Anerkennung des erlittenen Leids. Das Gebet könne aber weder die Aufklärung der Geschehnisse noch die Gerechtigkeit oder die notwendigen Massnahmen zur Prävention von Missbrauch und zum Schutz der Menschen ersetzen.

Im Bistum Lugano wird der Apostolische Administrator Alain de Raemy dem Gebetsabend für die Opfer von Missbrauch vorstehen, wie in der Bistumsagenda nachzulesen ist. Dieser findet am 18. November um 20 Uhr in der Kirche San Rocco von Lugano statt.

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Bischof Joseph Maria Bonnemain vom Bistum Chur wiederum plant, zum Gebetstag für die Betroffenen von Missbrauch eine Botschaft zu veröffentlichen, wie die Kommunikationsverantwortliche Nicole Büchel auf Anfrage schreibt.

Bischof Jean-Marie Lovey wird nicht selbst einen Gebetsanlass leiten. Er habe aber die Pfarrer im Bistum Sitten gebeten, dies zu tun und ihnen entsprechende Unterlagen zukommen lassen, schreibt Bistumssprecher Paul Martone.

Liturgische Materialien für den Gedenktag für Opfer sexuellen Missbrauchs.


Bischof Morerod (r.) und Jacques Nuoffer vor dem Mahnmal für Betroffene von Missbrauch, 2019 | © Georges Scherrer
5. November 2026 | 12:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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