Schüler des Klosters Disentis | © 2015 Kloster Disentis
Schweiz
Schüler des Klosters Disentis | © 2015 Kloster Disentis

Schüler des Klosters Disentis führen musikalisches Mammutwerk dem Rhein entlang auf

Disentis, 18.3.15 (kath.ch) Gegen 300 Schüler des Gymnasium und Internat Kloster Disentis sowie Orchester und Solisten reisen mit Schiffen rheinabwärts und präsentieren das monumentale Musikwerk «ut unum sint» als Friedensbotschaft des Benedektinerklosters. Die Konzertreise beginnt am 21. März in Zürich und endet am 27. März in Köln. Aufgeführt wird das Werk zudem in Basel, Breisach, Speyer und Mainz.

Georges Scherrer

Das Benediktinerkloster Disentis ist eine der ältesten Abteien nördlich der Alpen. Sie besteht seit 1400 Jahren ohne Unterbruch. Zum Abschluss des aktuellen Jubeljahres und im Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren will es den Menschen dieselbe Friedensbotschaft verkünden, die auf der grössten Glocke des Klosters Disentis geschrieben steht: «ut unum sint» (»dass die Menschen einig seien»). Das Kloster gab für das Jubiläum ein Musikwerk in Auftrag.

120 Schülerinnen und Schüler des Internatsgymnasiums bilden den Hauptchor. Weil es sich nicht lohnt, für die übrigen Schüler während der Chorreise den Unterricht im Gymnasium aufrecht zu erhalten, reisen auch diese mitsamt der Lehrerschaft nach Köln. Auf den beiden Schiffen wird während der Projektwoche für die insgesamt 280 Schüler der Unterricht weitergeführt.

«Es ist für die Schule als Ganzes die Möglichkeit, auf Reisen zu gehen. So etwas ist nur in einer Schule wie Disentis möglich, weil sie eine kleine Schule ist», sagt Nina Hug, Verantwortliche für Medien und Sponsoring beim Projekt «ut unum sint», gegenüber kath.ch

Schule auf dem Schiff

Das Schulprogramm auf den Schiffen richtet sich am Thema «Friedensbotschaft» aus und verbindet sich mit den besuchten Orten in Deutschland entlang des Rheins, zum Beispiel Köln. Oberhalb von Disentis befindet sich die Quelle des Rheins. Das Projekt startete mit einem Ausflug der ganzen Schule an die Rheinquelle, dem Tomasee auf 2300 Metern Höhe.

In Bezug zur «Friedensbotschaft» kommt dem Kölner Dom eine ganz besonders Rolle zu, sagte Hug. Er blieb als einziges Wahrzeichen der Stadt während des Zweiten Weltkrieges bestehen, weil die Alliierten ihn als Orientierungspunkt für ihre Flugzeuge benutzten.

Jahrtausendbotschaft weitertragen

Das Wort «ut unum sint» stammt aus dem Johannesevangelium und wurde in die neuste Glocke des Klosters Disentis aus dem Jahr 2000 eingraviert. Die Glocke läutete das neue Jahrtausend mit dieser Friedensbotschaft ein. Das Chorwerk mit dem gleichen Namen soll die Botschaft nun rheinabwärts bis nach Köln bringen. In Breisach, Speyer und Mainz werden die beiden Schiffe auf Einladung der dortigen Kirche Zwischenhalte einlegen. In Mainz wird Kardinal Karl Lehmann die Schiffe begrüssen und anschliessend gemeinsam mit dem Abt von Disentis, Vigeli Monn, im Dom in die Vesper und das Werk einführen

Auf den Schiffen werden auch der zweite Chor «Ensemble deCanto», zwei Sopranistinnen, die Lehrer, Patres und das Sinfonieorchester Desertina, bestehend aus dreissig Musikern, mitreisen. Der Disentiser Gymnasiumchor geht in diesem Jahr zum 43. Mal auf Tournee und wird jeweils vom Orchester Desertina begleitet. Dieses besteht aus Freunden des Dirigenten Clau Scherrer und des Klosters, die aus der ganzen Schweiz kommen.

Glocken, grosser Chor und kleiner Chor

Zur Aufführung gelangen zwei Werke: Für die Friedensvesper «ut unum sint»  wurde das Magnificat «para el papa Francisco» als belgeitende Musik ausgewählt. Der Bündner Ursin Defuns hat diese Komposition am 13. März 2013 fertiggestellt, an jenem Abend also, als Papst Franziskus zum Oberhaupt der Kirche gewählt wurde. Das Ensemble deCanto singt die Mönchs-Schola, die einstimmigen Choräle, im gregorianischen Choralstil.

Der deutsche Komponist Lorenz Dangel, spezialisiert in geistlicher und Film-Musik, gestaltete die Friedensvesper nach Texten aus den Psalmen im Auftrag des Klosters Disentis.

Musikalisch getragen wird das Werk «ut unum sint» von drei Musikelementen: Chor und Orchester, ein Mönchschor und die Glocken von Disentis. Die sieben Glocken des Klosters läuten über einen Tonträger beim Konzert die verschiedenen Teile des Werks ein. Auf diese Weise fliesst der Klang der Glocken den Rhein hinab bis nach Köln, so der Sinn des Projekts.

Surselva heisst die Gegend um Disentis, wo der Rhein seine Quelle hat. 300 Sponsoren aus der Surselva haben sich engagiert, damit das Projekt entstehen konnte. Die Bandbreite der Sponsoren zeige die Bedeutung des Projekts für die Region auf, sagte Nina Hug. «Das Kloster ist für die Surselva ein grosser Identifikationspunkt». Das Projekt «ut unum sint» wurde mit dem Lily Waeckerlin-Preis 2015 in der Höhe von 60›000 Franken ausgezeichnet, den die Schweizer Stiftung Accentus für Projekte im Bereich Jugend und Musik vergibt. (gs)

Infos: Konzertdaten

Hörbeispiele: 1, 2

 

 

 

Chor Gymnasium Kloster Disentis | © 2015 Kloster Disentis
Chor Gymnasium Kloster Disentis | © 2015 Kloster Disentis
Breisach am Rhein mit Münster | © 2015 Sven Richter / <a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>
Breisach am Rhein mit Münster | © 2015 Sven Richter / pixelio.de
Das Kloster Disentis wurde von 1400 Jahren gegründet. Zum Jubiläum hat es das musikalische Mamutwerk «ut unum sint» bestellt. Schülerin und Schüler bilden den Chor und reisen mit zwei Schiffen bis nach Köln, begleitet von einem zweiten Chor, Solistinnen, Orchester und den Lehrern.
Das Kloster Disentis wurde von 1400 Jahren gegründet. Zum Jubiläum hat es das musikalische Mamutwerk «ut unum sint» bestellt. Schülerin und Schüler bilden den Chor und reisen mit zwei Schiffen bis nach Köln, begleitet von einem zweiten Chor, Solistinnen, Orchester und den Lehrern.
Der Hohe Dom zu Mainz | © Katharina Wieland Müller/<a href="http://www.pixelio.de" target="_blank">pixelio.de</a>
Der Hohe Dom zu Mainz | © Katharina Wieland Müller/pixelio.de
Kölner Wahrzeichen: Dom und Hohenzollernbrücke | © Georges Scherrer
Kölner Wahrzeichen: Dom und Hohenzollernbrücke | © Georges Scherrer
News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum