Dorothee von Flüe, Statue von Rolf Brem | © Roland Zumbuehl, wikimedia,CC BY-SA 4.0
Schweiz
Dorothee von Flüe, Statue von Rolf Brem | © Roland Zumbuehl, wikimedia,CC BY-SA 4.0

Wenig Chancen für Heiligsprechung von Dorothee von Flüe

Luzern/Flüeli-Ranft OW, 7.1.17 (kath.ch) Josef Rosenast, seit November Bruder-Klausen-Kaplan, wünscht sich die Heiligsprechung von Dorothee von Flüe, wie er gegenüber kath.ch sagte. Doch die Chancen für eine Heiligsprechung der Frau von Niklaus von Flüe stehen schlecht, sagt Markus Ries, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Luzern, gegenüber der Luzerner Zeitung (LZ, 7. Januar).

«Es wäre mein Wunschtraum, dass Dorothee heiliggesprochen wird und zwar als Vorbild», sagte Rosenast gegenüber kath.ch. «Es wäre ein Affront, wenn man den Vater von zehn Kindern, der die Familie verlässt, heiligspricht, ohne seine Frau einzubeziehen.» Er spricht von einem «heiligen Ehepaar», in dem beide Partner auf ihre Weise Zeugnis für Jesus Christus gaben. Heute könnten sie als Beispiel für das Laienapostolat in einer Zeit dienen, in der Priestermangel herrscht.

«Die heiligenmässige Dorothee»

Doch die Frau des 1947 heiliggesprochenen Niklaus von Flüe hat laut Kirchenhistoriker Ries schlechte Chancen auf eine Heiligsprechung: Voraussetzung dafür sei, dass eine Person eine sehr grosse Verehrung erfahre, wie beispielsweise bei Mutter Theresa. «Bei Dorothee wird zwar anerkannt, wie gross ihre Bedeutung für Niklaus von Flüe war», so Ries gegenüber der Zeitung. Sie erfahre jedoch keine weltweite Verehrung. «Wenn ganze Pilgerbusse nur wegen Dorothee nach Sachseln kämen, wenn es einen Dorothee-Feiertag gäbe und die Zeitungen eine Sonderausgabe über Dorothee brächten – dann beispielsweise würde sich der Vatikan eine Heiligsprechung überlegen.»

Rosenast hält dennoch an seinem Wunsch fest: «Wenn ich mal Personen aus dem Vatikan treffe, werde ich meinen Wunsch sicher deponieren», sagte er gegenüber der LZ. Und erinnert daran, dass Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in der Schweiz immer von der «heiligmässigen» Dorothee gesprochen habe.  «Auch heute formulieren wir das im Gottesdienst im Hochgebet so: ‹Wir beten in Gemeinschaft mit dem heiligen Bruder Klaus und seiner heiligmässigen Frau Dorothee›», fügt der Kaplan hinzu. (sys)


Dorothee von Flüe gehört heilig gesprochen

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