Sandro Koch zum Priester geweiht: «Ich fühle mich gut und ich bin noch der gleiche Mensch»
Der Sarganser Sandro Koch ist am Samstag in der Kathedrale zum Priester geweiht worden. Für Bischof Beat Grögli war es die erste Priesterweihe seit seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr. Der 32-jährige Koch empfing die Weihe mit sichtlich grosser Freude.
Wolfgang Holz
Wie fühlt sich Sandro Koch nach seiner Priesterweihe, die ja ein einschneidendes Erlebnis in seinem Leben bedeutet? «Ich fühle mich sehr gut, und ich bin noch immer der gleiche Mensch», sagt der 32-jährige Seelsorger bescheiden im Gespräch mit kath.ch. Die Feier in der Kathderale von St. Gallen habe er als sehr schön erlebt, nicht zuletzt die musikalische Untermalung durch eine Band und durch südamerikanische Klange habe ihn sehr berührt.
«Spüre die Freude am Glauben»
Koch ist sich sicher, dass es ihm ähnlich ergehen werde wie einst Bischof Beat Grögli, der ihn in der Kathedrale am Samstag zum Preister weiht und der selbst Zeit brauchte, bis er seine eigene Weihe zum Priester verinnerlicht hatte. «Ich brauche sicher auch noch Zeit, um diesen Schritt zu verarbeiten. Ich freue mich aber jetzt schon mega auf meine Aufgabe und auf die vielen Begegnungen mit den Menschen. Ich spüre die Freude am Glauben.»
Zur Feier in der Kathedrale in St. Gallen kamen am Samstag Menschen aus aller Welt zusammen. Insbesondere reisten Menschen aus Südamerika an, wo Koch wichtige Stationen durchlief. Deshalb wurden auch einige Abschnitte der Messe am Samstag in Spanisch gehalten. Darunter auch die Heiligenlitanei, während dieser sich der Kandidat Koch hingelegt hatte, ehe er sein Versprechen abgab.
Mitglied der Schönstatt-Patres
Mit der Weihe wird der 32-jährige Sandro Koch zu einem Ordenspriester. Er ist in Sargans aufgewachsen und Mitglied der Gemeinschaft der internationalen Erneuerungsbewegung der Schönstatt-Patres. Koch ist angestellt bei Katholisch St. Gallen. Er wirkt im Pastoralteam für die Pfarreien Bruggen, Winkeln, Engelburg und Abtwil-St. Josefen.
Priesterweihen werden immer seltener. Die letzte fand im März 2023 in der Kathedrale statt. Damals empfing Ivan Šarić die Weihe von Bischof Markus Büchel. Koch und Šarić waren beide bei Pfarrer Roman Giger in der «Schule». Er bereitete sie auf den Priesterweg vor und begleitete sie auch als Diakon.
«Ich fühle mich als Priester nun nicht als etwas Besonderes, weil es mittlerweile immer weniger Priester gibt», versichert Sandro Koch gegenüber kath.ch. Aber der priesterliche Dienst sei wichtig für die Kirche.
«Sein Weg zeigt eindrücklich, welche Bedeutung die Schönstatt-Bewegung für eine geistliche Berufung haben kann.»
Bischof Beat Grögli zeigte sich im Vorfeld der Weihe erfreut über Kochs Entscheid: «Sein Weg zeigt eindrücklich, welche Bedeutung die Schönstatt-Bewegung für eine geistliche Berufung haben kann.» Die Gemeinschaft habe ihn begleitet, getragen und vermittelt. Priester werde man nicht für sich selbst, sondern für die Menschen, so der Bischof.
Auch Koch sagte, dass es ihn zwar brauche, doch der Glaube stehe im Zentrum des Festes. Sandro Koch ist sich bewusst, dass Priesterweihen rar geworden sind und er dadurch umso mehr im Fokus stehe. Er wolle jedoch, so sagte er im Vorfeld, dass an diesem Tag der Glaube gefeiert wird. Ihn braucht es zwar dazu als Person, doch: «Ich stelle mich in den Dienst des Glaubens. Dieser steht im Zentrum des Festes.»
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