«Salvator Mundi» von Beltracchi erstmals in sakralem Raum zu sehen
Die Pfarrei St. Johannes präsentiert ein aussergewöhnliches Kunst- und Glaubensprojekt: «Salvator Mundi – zu Gast in Luzern» zeigt Werke des international bekannten Künstlers Wolfgang Beltracchi in der Johanneskirche Luzern. Und damit erstmals in einem sakralen Raum.
Wolfgang Holz
Im Mittelpunkt steht das ikonische Motiv des «Salvator Mundi» – des Erlösers der Welt. Leonardo da Vincis zugeschriebenes, geheimnisvolles Christusbild inspirierte Beltracchi zu eindrucksvollen Neuinterpretationen, die den Dialog zwischen Kunst, Spiritualität und Gegenwart eröffnen, wie die Katholische Kirche der Stadt Luzern in einer Medienmitteilung schreibt.
Ehemaliger Kunstfälscher
So sind in der Johanneskirche Originalwerke aus seinem 2021 entstandenen Projekt «The Greats» zu sehen. Beltracchi, der sich früher vor allem einen Namen gemacht hatte als internationaler Kunstfälscher, der für seinen Betrug sogar ins Gefängnis wanderte, geht der Frage nach, wie andere Künstler bedeutender Kunstepochen auf das angeblich von Leonardo da Vinci gemalte Werk «Salvator Mundi» reagiert hätten.
Interessant ist, dass sich immer wieder ein religiöser Duktus durch Beltracchis Werk zieht. Vor seinem Arche-Noah-Zyklus hat er sein «Salvator-Mundi»-Projekt künstlerisch lanciert.
Weltenretter mit Segensgeste
Orientiert an dem Leonardo da Vinci zugeschriebenen Renaissance-Gemälde, hat der Künstler 26 Porträts des legendären Weltenretters mit Segensgeste aus der Renaissance so variiert, dass das jeweilige Gemälde unter anderem kubistisch, impressionistisch, surrealistisch und Pop-Art mässig stilisiert ist.
«Ich mag Jesus, ich finde ihn sehr sympathisch, weil er ein Prophet und Revoluzzer war.»
Eine Art ironisch-grotesker Galopp durch die Kunstgeschichte mit Jesus als Frontmann. «Ich mag Jesus, ich finde ihn sehr sympathisch, weil er ein Prophet und Revoluzzer war.»
Zum Beispiel steht der segnende Salvator Mundi mit Glaskugel in der Hand plötzlich vor einem Bildhintergrund à la Van Gogh. Die Glaskugeln beschwören thematisch jeweils zusätzliche Bildeffekte herauf. Auf einem Bild schimmert etwa eine explodierende Atombombe in der Glaskugel auf, und der Hintergrund hinter der Jesus-Figur zeigt den zerstörten Stadtgrundriss von Hiroshima.
Die Ausstellung in der Johanneskirche in Luzern bleibt nicht beim Betrachten stehen – sie will Menschen aller Generationen einladen zum Mitmachen, Nachdenken und Hoffen.
«Erlösung – wovon?»
Unter dem Titel «Erlösung – wovon oder: was wünsche ich mir?» sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre persönlichen Sehnsüchte und Hoffnungen in einer transparenten Kugel festzuhalten – mit einem Symbol, einem Wort oder einem Wunschzettel. Diese individuellen Kugeln werden Teil einer besonderen Weihnachtskrippe der Gegenwart, die während der Advents- und Weihnachtszeit in der Kirche aufgebaut ist.
*Die Ausstellung «Salvator Mundi – zu Gast in Luzern» wird am Sonntag, 23. November, um 10.30 Uhr mit einer Matinée eröffnet, musikalisch gestaltet vom Vokalensemble Audite Luzern. Ort der Ausstellung ist die Johanneskirche Luzern, Schädrütistrasse 26, 6006 Luzern. Die Ausstellung und das Mitmachprojekt dauern bis 11. Januar 2026. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten täglich von 8 bis 18 Uhr.
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